ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:06 Uhr

ÖPNV in der Kritik
Chaos im Busverkehr war vorhersehbar

Die Probleme des ÖPNV vor den Ferien beschäftigt die Leser noch immer.

Mit großem Interesse verfolge ich als ehemalige Mitarbeiterin des Südbrandenburger Nahverkehrs (SBN) die Entwicklung des ÖPNV im Landkreis. War das, was jetzt eingetreten ist, nicht vorhersehbar? Ein Unternehmen, dass ein am Minimum ausgelegtes Angebot abgibt und damit ein seit Jahrzehnten gut gehendes anderes Unternehmen dem Untergang preisgibt, muss früher oder später in Erklärungsnot kommen. Der Ausfall der Buslinien begründet sich nicht nur im hohen Krankenstand der Busfahrer. Hier ist einfach zu knapp kalkuliert worden, sei es bei der Einstellung von Arbeitskräften oder der Lohnzahlung. In den letzten Monaten sind durch die KVG Zittau und die OSL-Bus GmbH verzweifelt Fahrer aus Spanien, Polen und Tschechien angeworben und eingestellt worden, um die Buslinien aufrecht zu halten und die Missstände zu beheben. Viele der neu eingestellten Fahrer streichen nach einer gewissen Zeit die Segel. Die Fluktuation unter den Busfahrern ist wohl ein noch größeres Problem als der hohe Krankenstand. Der Versuch, Personal von Zittau und Bautzen umzusetzen, ist auch mit dem hohen Geldanreiz fehlgeschlagen. Es gibt eben doch noch eine gewisse Solidarität unter den Mitarbeitern. Leidtragende sind natürlich die Fahrgäste. Bevor es vor mehr als einem Jahr zum Ausverkauf des SBN kam, haben einige unserer damaligen Mitarbeiter versucht darauf aufmerksam zu machen, was passieren wird. Die Konsequenzen müssen nun jene tragen, die damals eine folgenschwere Entscheidung getroffen und einen sehr gut funktionierenden Busbetrieb wie den SBN zerschlagen haben.

Ramona Schnelle, Calau