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| 19:08 Uhr

Lesermeinung
Brutvögel haben keine Lobby

Zum Naturschutz am Unterlauf der Neiße Von Gert Richter

Im SWR lief am 18. August ein Filmbericht über den Neckar. Anwohner und Mitarbeiter der Gewässeraufsicht am Mittellauf waren stolz auf die baumbestandenen Ufer, die auch für den Natur- und Hochwasserschutz gepflegt werden. Fährt man am Unterlauf der Neiße von Guben nach Ratzdorf, egal ob mit dem Boot oder dem Rad auf dem Damm, sieht man kaum noch Bäume. Dominierend sind Sträucher, grün und auch abgestorben, oder abgestorbene Bäume. Wieso? Wir haben Biber!

Gut zu erkennen an den Nagestellen der Stämme. Der Nager hat bei uns eine Lobby, von Brüssel vorgegeben und mit einem kritiklosen „Jawoll, Herr/Frau Vorgesetzter/e“ für unsere Region auch umgesetzt. Die auf diesen Bäumen brütenden Vögel mit ihren Gelegen haben keine; weg damit!

An den Ufern der Neiße-Zuflüsse, an dem im Landschaftsschutzgebiet Gubener Fließtäler liegenden Grano-Buderoser Mühlenfließ und dem Schwarzen Fließ, wirtschaftet der Biber auch, cirka 50 abgestorbene Bäume zwischen Bresinchen und Fließmündung geben hiervon Zeugnis – geopfert der Ideologie: Nur der Biber hat Vorrang!

Auf der anderen Seite fordern wir den Umbau der Wälder auf Laubbaumbestand, natürlich auch auf kargsten Sandböden! Nicht nur wegen des Brand- und Schädlingsschutzes, sondern auch wegen der CO2-Speicherung, also dem Klimaschutz. An den Ufern von Bächen und Flüssen wachsen Bäume fast von allein – man muss sie nur schützen!