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| 18:29 Uhr

Lesermeinung
Bitte etwasmehr Präzision

Vergleichszahlen zum Lohn in Ost und West Von Roland Kneist

Danke für den interessanten Artikel „Steinige Wege zurück in die Heimat“ (RUNDSCHAU vom 20. März.). In Anbetracht des allgemeinen Interesses an Vergleichszahlen zum Lohn hätte ich mir allerdings etwas mehr Präzision gewünscht. Da in unserem Land auch schon mal Spitzenpolitiker „Brutto“ und „Netto“ verwechseln, könnte ich mir vorstellen, dass der Allgemeinheit der Unterschied zwischen Bruttoarbeitnehmerentgelt und Bruttolohn eher unbekannt ist.

Im Nebensatz wird richtigerweise erwähnt, das das Bruttoarbeitnehmerentgelt neben dem Bruttolohn auch den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung enthält. Das Bruttoarbeitnehmerentgelt ist ein Begriff aus der „Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung“ (VGR) zur Ermittlung der Lohnquote, der Bruttolohn (oder umgangssprachlich Brutto) jedoch eine reine Messgröße zur Ermittlung der Abgabenlast.

Ehrlicher wäre es tatsächlich, das Bruttoarbeitnehmerentgelt auch umgangssprachlich als Brutto zu bezeichnen, da es die tatsächlichen Lohnkosten, welche der Arbeitgeber im übrigen auch vollständig bezahlt, beschreibt. Allerdings wäre dann die Diskrepanz zwischen Brutto & Netto noch deutlicher.

Im Artikel wird für Brandenburg ein Brutto-Stundenlohn von 20,76 Euro genannt. Was ist denn nun gemeint? ein Bruttostundenlohn (dieser läge hier bei 17,30 Euro) oder ein Bruttostundenentgelt von 20,76 Euro. Die genannten Zahlen suggerieren dem „Nicht-Volkswirtschaftler“ um 20 Prozent erhöhte Lohn-Vergleichszahlen, was der Zufriedenheit mit der eigenen Lohn-Situation gewiss nicht zuträglich ist.

Wenn ich davon ausgehe, dass der Autor die von ihm zitierten Zahlen wirklich verstanden hat, wäre etwas Redundanz (also zusätzliche Erläuterung für den unbedarften Leser) durchaus hilfreich.