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| 17:12 Uhr

Lesermeinung
Biedermannund Brandstifter

Demo von „Zukunft Heimat“

Und wieder marschieren in Cottbus die selbst ernannten Schützer unserer Heimat, die Biedermänner von „Zukunft Heimat“. Tatsächlich sind es Brandstifter. Unter dem harmlosen Deckmantel des besorgten Bürgers schüren sie Ängste, verbreiten Hass und Fremdenfeindlichkeit, sind Wegbereiter oder gar Akteure der rechten Gewalt gegen Flüchtlinge, Helfer und Journalisten. Sie nehmen Einzelfälle zum Anlass, gegen ganze Volksgruppen zu hetzen.

Selbstverständlich muss es wirksame Maßnahmen gegen Kriminalität geben. Gleichzeitig gilt eine Null-Toleranz gegenüber rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Tendenzen. Die Cottbuser Rathausspitze ist offenbar rat- und hilflos! Der Stopp der Zuweisung von Flüchtlingen und der Verweis einzelner straffällig Gewordener bringt nicht nur nichts. Es spielt der rechtsradikalen und gewaltbereiten Szene, die für national befreite Zonen werben, noch in die Hände. (...)

Heute hörte ich ein Interview des Bürgermeisters der belgischen Stadt Melchen (90 000 Einwohner), Somers, im Radio. Sein Kampf gegen Kriminalität und für Integration hat Bart Somers berühmt gemacht. Er riet dem Bürgermeister von Cottbus: „Die wichtigsten Dinge sind immer die gleichen: Ein Bürgermeister muss die Sicherheit eines jeden garantieren. Zeigen Sie Ihren Leuten, dass Sie es auch so meinen, wenn Sie über eine sichere Stadt sprechen. Nutzen Sie alle Mittel, die Ihnen zur Verfügung stehen, um für diese Sicherheit zu sorgen. Aber stellen Sie auch ganz klar, dass Sie Diskriminierung, Rassismus oder Hass niemals hinnehmen werden. (...) Ich habe gesagt, das Problem ist nicht der Migrant. Wir müssen uns mit den Kriminellen beschäftigen. Und andererseits Möglichkeiten schaffen, dass Migranten wirklich Bürger unserer Stadt werden können. Ein bisschen mehr Mut und eine klare Linie ist für einen Politiker in dieser Zeit sehr wichtig. Er muss sich trauen, die Sachen richtig einzuordnen. Und nicht nur das zu sagen, was die Leute hören wollen. Manchmal sind Botschaften schwierig, und in solchen Zeiten muss man mutig sein.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!

Lore Seidel
Senftenberg