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| 16:52 Uhr

Leserbrief
Bettwäsche als Zahlungsmittel

Cottbus/senftenberg. Auch zur Urlaubsgestaltung war in der DDR viel Eigeninitiative gefragt, insbesondere, wenn der Geldbeutel nicht so prall gefüllt war. Ein Cottbuser erinnert sich:

Bei nicht zu hohen Ansprüchen waren jedoch viele Möglichkeiten offen. In Cottbus war ein kleiner Laden der Gewerkschaften, wo nicht abgenommene Urlaubsplätze angeboten wurden. Für nur 30 Mark bekamen wir dort einen Platz für einen Urlaub mit Halbpension auf einem Dorf bei Sonneberg. Übernachtung in einer Art Gesindestube über der Scheune, Waschtisch mit Schüssel und Wasserkrug, Toilette über den Hof, Essen in der Dorfgaststätte. Was heute Nostalgie ist, war für uns ein schöner Urlaub. Hohe Tatra war  machbar.
Die privaten Zimmervermieter boten zwar nur ähnlichen „Komfort“ wie beim Platz in Thüringen, nahmen aber gerne Bettwäsche in Zahlung. Dadurch konnten die limitierten Umtauschgrenzen von 32 Mark je Tag einen deutlichen Zugewinn erhalten. In der Ferienplatzvergabekommission waren neben dem Gewerkschaftsvertreter Vertrauensleute aus den Baubrigaden. Kriterien für den Zuschlag waren Kinder beim Antragsteller, besondere Erschwernisse, wie Übernachtungen auf Baustellen oder Bereitschaftsdienste, und natürlich die Frage, nach dem letzten Urlaubsplatz