| 18:03 Uhr

Lesermeinung
Betonkopf rügt „Beton-Ideologie“

Energie der Zukunft

Zu „Freese rügt ,Beton-Ideologie‘“, „Die Lausitz und der Groko-Streit“ und „Argumente und Fakten für eine sachliche Debatte (LR, 10. April): (...) Herr Prof. Schwarz sollte sich einmal mit dem Chef des auch für die Lausitz zuständigen Netzverteilers „50 Hertz“, Herrn Boris Schucht, konsultieren. Dieser hat mitgeteilt, dass er die derzeitige Einspeisung an Erneuerbaren verdoppeln könne, ohne dass es zu Einschränkungen der Versorgungssicherheit kommt. Diese Verdopplung dürfte aber noch etwa zehn Jahre dauern. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir dann aber auch entsprechende Speichertechnologien. Die Panikmache des Prof. Schwarz ist also völlig unnötig. Herr Freese spricht von Beton-Ideologie, dabei ist er der eigentliche Beton-Kopf, der den Fortschritt bei der Erzeugung von Elektroenergie hin zu modernen Stromquellen weitestgehend verhindern möchte. In der alten Bundesrepublik ist ihm und seinen Genossen das schon nicht gelungen, nun versucht er es hier wieder mit allen Mitteln.

Wenn man aus seinem Munde hört, dass Schwarze Pumpe zum Wasserstofftechnologiezentrum werden soll, dann ist das wirklich ein Hohn, denn mit der Umgestaltung des damaligen Gaswerks in das Sekundärrohstoffverwertungszentrum gab es dort schon einmal ein solches Zentrum, in dem aus Kohle und Abfall der Chemierohstoff Methanol im großtechnischen Maße erzeugt wurde. Gegen diesen Betrieb ist aber die Kohlelobby mächtig angegangen.

Wenn Freese vom „Tabu-Thema CCS“ spricht, dann hätte er als Experte ja wissen können, dass man mit der Anlage zur Stromerzeugung aus Kohle durch Verbrennung mit Sauerstoff in Schwarze Pumpe, in die Vattenfall viele Millionen gesteckt hat, durchaus mit den bestehenden Anlagen in Schwarze Pumpe einen realen Weg der Erzeugung von Methanol hätte beschreiten können, ohne stur auf die Verpressung des CO2 zu setzen, die von Umweltschützern natürlich verurteilt werden muss.

Besonders blamabel für einen Betonkopf ist natürlich, dass er nicht einmal die eigenen Genossen aus dem Umweltministerium an seinen Plänen mitarbeiten lassen möchte. Mit diesem Verhalten zeigt er ganz deutlich seine schwache Position und seine Angst, dass es bei uns zu einem realistischen Ausstieg aus der Verstromung der Kohle kommen könnte. Warum will er nicht mit seiner SPD-Genossin Svenja Schulze zu einem Kompromiss zwischen dem Kohlekonzern und der Umwelt kommen? Hat er Angst, dass diese junge Frau sich nicht den Kopf von einem Betonkopf zurechtstutzen lässt?

Günter Seifert
per E-Mail