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Besser nicht mit dem Finger auf andere zeigen

Besser nicht mit dem Finger auf andere zeigen Uwe Vogt aus Gießmannsdorf schreibt zu "Geheimdienste geben Putin die Schuld" (LR vom 9. Januar): Der Katzenjammer ist groß im Amerika dieser Tage.

Die sicher geglaubte neue Präsidentin der USA hat es nicht geschafft, und nun werden immer noch Schuldige gesucht. (. . .) Nun haben sich die amerikanischen Geheimdienste im Auftrag von Noch-Präsident Barack Obama festgelegt: Es war Wladimir Putin persönlich, der per Cyber-Attacken die amerikanische Wahl zugunsten Trumps "manipuliert" haben soll. (. . .) Edward Snowden enthüllte 2013 die globalen Schnüffel-Aktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA. So wurden unter anderen deutsche und europäische Spitzenpolitiker ausgespäht, auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht", sagte sie damals. Wir erinnern uns bitte an die Reaktion unserer amerikanischen Freunde. Eine offizielle Entschuldigung gab es nicht, aber die allgemeine Meinung von amerikanischer Seite war, dass nicht der Schuld hat, der "schnüffelt", sondern der, der der sich ausspähen lässt, weil er keine geeigneten Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hat. Nun ist es ja nicht so, dass über Wikileaks Lügen über Hillary Clinton verbreitet wurden. Es wurde ihr tatsächlicher E-Mail-Verkehr offengelegt. Die bekannt gewordenen Mails, die sie über ihr privates E-Mail-Konto verschickt hatte, waren echt. Und so kam unter anderem heraus, dass im Vorwahlkampf der Demokraten die Organisation der demokratischen Bundespartei (DNC) Bernie Sanders gegenüber Hillary Clinton eindeutig benachteiligt hatte. Hier gab es keinen Aufschrei von Seiten der Demokraten, obwohl genau das Manipulation war! Der Noch-Präsident Barack Obama ist ein schlechter Verlierer. Er hatte mit seinen Demokraten acht Jahre Zeit, das Wahlgesetz zu ändern. Hinterher jammern, ist einfach schlechter Stil. Und wer selbst im großem Umfang sogar befreundete Regierungen ausspäht und es in Ordnung findet, sollte jetzt nicht mit dem Finger auf andere zeigen. (. . .)

Abschreckung stattKonfliktbewältigung

Gesina Braun aus Spremberg schreibt zu "US-Panzer rollen durch die Lausitz" (LR vom 9. Januar):

US-Unterwürfigkeit ist offenbar einer von den "Werten" der Nato. 2003 stellte sich (der damalige - d.R.) Nato-Chef Rasmussen demonstrativ hinter die Lüge von den irakischen Atom- und Chemiewaffen. Die Folgen sind bekannt, sie haben mittlerweile auch unser Land im Griff. 2016/2017 ist Russland der "Schwarze Peter", und den anmaßenden Auslassungen Obamas und Co zufolge zuständig für ziemlich alle globalen Missstände. Deshalb stehen Abschreckung und Bestrafung Russlands ganz oben auf der Agenda von Nato-Generalsekretär Stoltenberg. Ein angeblicher russischer Angriff auf Polen und die baltischen Staaten ist jedenfalls eine Behauptung aus der Rubrik der

"Fake News". (. . .) Deutschland ist Drehscheibe dieser größten US-Truppenverlegung nach Osteuropa. Mit 500 Soldaten und 200 Militärfahrzeugen in Litauen ist die Bundeswehr dabei, damit, so Frau von der Leyen, "niemand sich einen Vorteil davon versprechen kann, dieses Militärbündnis anzugreifen". Dass Russland sich ebenso aufstellt, (. . .) ist nicht anders zu erwarten. Im Konfliktfall allerdings sollte sich keine Seite Vorteile versprechen. Im Vorteil sind dann erfahrungsgemäß diejenigen, die den Krieg fernab der eigenen Landesgrenzen führen. Erich Kästner, Zeitzeuge des Infernos von Dresden am 13. Februar 1945, schreibt: "Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde! Euer einziger Feind heißt - Krieg."

Wer Frieden will, muss mit Russen verhandeln

Hans-Jürgen Gresch aus Koßdorf schreibt zum selben Thema:

(. . .) Wenn man in die Vergangenheit zurückblickt, gab und gibt es immer wieder dieses sogenannte Ansinnen, der Bündnispartner hat um Hilfe "gebeten". War das immer freiwillig oder hat man mit viel, viel Geld dieses erzwungen? In diesem besonderen Fall durch besondere Scharfmacher der Nato in Europa - wie zum Beispiel Herrn Stoltenberg. Ein Rückblick in die Nachwendezeit. Zwischen dem Kanzler der Einheit Helmut Kohl und Michail Gorbatschow gab es einen sogenannten Handschlagvertrag: geschlossen unter damaligen Freunden im Kaukasus. Bis dahin - und keinen Millimeter weiter. Mittlerweile hat das die Welt vergessen und besonders die Hardliner der Nato in Europa. Mein Fazit: Wer Frieden in der Welt und Europa ehrlich will, sollte mit den Russen ehrlich und offen verhandeln, alles andere geht in Richtung Eskalation. Die will kein ehrlicher Mensch.