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Andere Poeten sprechen Herz und Verstand an

Peter Bachmann aus Kolkwitz schreibt zu "Biermanns Lebensbilanz – ,Warte nicht auf bessre Zeiten'" (LR vom 21. Oktober): Da hat Nada Weigelt den kleinen Biermann ganz schön groß gemacht! Den ersten Satz kann ich ja noch einigermaßen nachvollziehen: "Wolf Biermann hat die deutsch-deutsche Geschichte geprägt wie kein anderer.

" Allerdings weicht meine Interpretation dieser Aussage höchstwahrscheinlich von der von ihr angedachten ab. Im zweiten Satz aber wird die Geschichte wohl etwas stark verzerrt: "Die Ausbürgerung des regimekritischen Liedermachers vor 40 Jahren läutete das Ende der DDR ein und ebnete den Weg für die deutsche Einheit." Da waren mit Sicherheit andere Kräfte am Werk! Auch nicht nur "der unerwartete Widerstand der Künstler und Intellektuellen", wie später im Text relativiert wird.

Nun ist es durchaus nachvollziehbar, wenn Biermann in der eigenen Biografie nur seine - aus seiner Sicht - positiven Seiten beleuchtet. Wenn man darüber aber eine Rezension verfasst, dann wäre es angebracht,darauf hinzuweisen, dass zum Beipiel in den Büchern von Esche, Diestel und Lakomy Aussagen zu finden sind, die so gar nicht zur Vergötterung von Biermann beitragen. Schließlich sei darauf hingewiesen, dass Biermann sich nicht nur "so furchtlos mit den Mächtigen in der DDR anlegte", sondern auch vertraute Kontakte (zum Beispiel mit der Margot) pflegte. Tut mir leid, wenn ich da andere "wortmächtige Poeten" kenne, die mein Herz und vor allem meinen Verstand besser ansprechen.

Hans-Jürgen Gresch aus Koßdorf äußert sich zum selben Thema:

Wie verklärt muss eine Person (. . .) sein, um so einen Unsinn den Bürgern dieses Landes zu vermitteln. Nach Zitat von ihr "Wolf Biermann hat die deutsche Geschichte geprägt wie kaum ein anderer. Die Ausbürgerung des regimekritischen Liedermachers vor 40 Jahren läutete das Ende der DDR ein und ebnete den Weg für die deutsche Einheit". Es ist - gelinde gesagt - mehr wie stark übertrieben, es ist die Unwahrheit. Das verletzt all diejenigen, die es ehrlich gemeint haben (. . .). Ich kann mich noch sehr gut an seinen Auftritt im Bundestag erinnern. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung. Skandalös, verletzend, für mich persönlich das Aller, Allerletzte. Biermann ist meiner Meinung nach wandlungsfähig und erinnerungsscheu. Meine Erinnerungen gehen weiter. Hatte er sich doch im Dezember 1989 in Berlin vehement für eine mit der Bundesrepublik friedlich konkurrierende DDR ausgesprochen. Biermann erleidet das Schicksal so vieler in der Vergangenheit Stehengebliebener, die eine böse Vergangenheit unersättlich immer wieder wachrufen und dadurch ihre Bedeutung zu erhalten versuchen. Wer kannte in der DDR zur Zeit seiner "Ausbürgerung" Wolf Biermann? Viele, viele nicht, mich eingeschlossen.

Der Wahrheit die Ehre geben

Josef Kauczor aus Cottbus schreibt zu "Sachsen bleibt als Studienort beliebt - Pegida-Stadt Dresden mit Rückgängen" (LR vom 18. Oktober):

Es gibt die Sabinchenstadt Treuenbrietzen und die Rübchenstadt Teltow. Und (. . .): "Pegida-Stadt Dresden". Wird mit Rückgängen bei Studienanfängern in einer Unterüberschrift in Verbindung gebracht, während die Überschrift mit "Sachsen bleibt als Studienort beliebt" immerhin der Wahrheit die Ehre gibt. Alles nur heiße Luft: Im Artikel selbst keine Andeutung, dass Pegida in irgendeinem Zusammenhang sinkende Studentenzahlen bewirkt hat. Die schlichte und unspektakuläre Lösung lautet: "Die doppelten Abiturjahrgänge sind durch". . .

Rot-Rot verschläft leichtfertig Zeit

Rasmus Ph. Helt aus Hamburg schreibt zu: "Digitale Aufholjagd im Osten" (LR vom 22. Oktober):

Die Einschätzung des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts führt in die richtige Richtung. Denn die eigentliche ökonomische Achillesferse und Chance zugleich für den Osten bleibt die Digitalisierung. Schließlich verfügt man vielerorts, wie zum Beispiel in der Lausitz, über gute technische Hochschulen, aus denen sich zukunftsträchtige Start-up-Ideen entwickeln können, die die Wirtschaft im erheblichen Maße ankurbeln und im besten Fall sogar etliche Talente aus dem Westen anlocken. Deshalb steht insbesondere die rot-rote Landesregierung in der

Pflicht, endlich einen Masterplan für eine dynamische Internet-Region zu entwerfen und nicht weiter leichtfertig die Zeichen der Zeit zu verschlafen!

Angabe zur Uniist nicht korrekt

Philipp Weinmann schreibt zur Kolumne "Ratlose Experten" (LR vom 15. Oktober):

In dem Bericht benennen Sie Herrn Wolff (gemeint ist der Verfassungsjurist Heinrich Amadeus Wolff) als einen Professor der Universität Bamberg. Dies ist nicht korrekt. Er hat einen Lehrstuhl an der Universität Bayreuth inne.

Unser Leser hat recht - die Red.