| 17:16 Uhr

Lesermeinung
An die eigene Geschichte denken

Nicht-Cottbuser agieren

Was derzeit in Cottbus passiert, beunruhigt mich. Da kommt eine Golßener Gruppe nach Cottbus, holt sich Verstärkung aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und anderen Gebieten Deutschlands und will uns Cottbusern sagen, was wir zu tun haben. Sie wollen uns weißmachen, dass die derzeit in Cottbus lebenden Ausländer eine Bedrohung sind.

Cottbuser, denkt an eure Geschichte! Vor circa 250 Jahren kamen Hugenotten und Salzburger Religionsflüchtlinge nach Cottbus, und Cottbuser gaben ihnen hier eine Heimat. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen riesige Flüchtlingsströme aus Ostpreußen, Schlesien und anderen östlichen Ländern hierher und fanden eine Heimat. Fast jeder von uns wird dazu aus seiner Familiengeschichte etwas erzählen können. In den 60-/70er-Jahren mit der Industrialisierung verdoppelte sich die Einwohnerzahl von Cottbus. Menschen aus allen Teilen der ehemaligen DDR und auch Ausländer kamen nach Cottbus und fanden hier ihre neue Heimat. Auch das ging nicht problemlos, gelang aber letztlich.

Und jetzt lassen wir uns von Nicht-Cottbusern sagen, dass uns circa 4000 Menschen bedrohen?

Cottbuser, wacht auf! Der größte Teil dieser Menschen sucht Frieden und will hier mit uns friedlich leben. Die wenigen, die dies nicht wollen, die muss natürlich, genauso wie jeden anderen, die Härte des Gesetzes treffen.

Lassen wir uns nicht das Bild von Cottbus in Deutschland kaputt machen.

Dazu wünsche ich mir ein Stadtoberhaupt, das sich an die Spitze dieser Bewegung für Cottbus stellt und nicht mehr Polizei nach Cottbus holt und so tut, als wäre Cottbus Klein-Chicago, und ich wünsche mir mehr Cottbuser, die für eine weltoffene Stadt eintreten. Getreu der preußischen Tugend und den Worten Friedrich des Großen „Jeder nach seiner Fasson“.

Tobias Flöter
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