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Leichtsinn oder Vertrauen?

FOTO: Kein Fotograf erkannt!
Meine Kinder können es manchmal gar nicht glauben, wenn ich von Zeiten erzähle, wo man den Kinderwagen samt Baby bedenkenlos vor der Kaufhalle abstellen konnte. Und wenn ein Kind im Nachbarwagen geschrien hat, wurde kurzerhand ein bisschen der Kinderwagen geschaukelt, und man konnte mit gutem Gewissen seinen Einkauf erledigen. Angelika Brinkop

Die Gänge waren auch gar nicht breit genug. Heute ist da deutlich mehr Vorsicht angebracht. Es ist eine schmaler Grat zwischen Vertrauen und Leichtsinn. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass die Brandenburger in puncto Vertrauen immer noch bundesweit Spitze sind. Zumindest was das Vertrauen in die Nachbarschaft anbelangt. 83 Prozent haben mindestens einen Nachbarn, dem sie den Wohnungsschlüssel anvertrauen würden. Das sieht in Großstädten wie Hamburg ganz anders aus.

Online-Nachbarschaften existieren dagegen kaum: Deutschlandweit sind zwei Drittel der Deutschen mit keinem einzigen Nachbarn über Social Media verknüpft. Irgendwie ist es ja auch deutlich netter, dem Nachbarn im Garten und nicht im Internet zu begegnen.

Angelika.Brinkop@lr-online.de