Der erste Paukenschlag steht am 19. Februar an. Im Kaisersaal des Deutschen Bundestages wird sich alles um Ludwig Leichhardt drehen, genauer: um das Gedenken an den großen Wissenschaftler und Forscher auf dem fünften Kontinent mit Geburtsort Trebatsch. Botschafter, Minister, Vertreter des wissenschaftlichen Rates der australischen Regierung werden erwartet, das Cottbuser Staatstheater will mit Ausschnitten aus der Oper "Voss" glänzen. Mittendrin werden hilfreiche Geister ohne großen Namen sein, die gleichwohl unverzichtbar waren bei der umfangreichen Organisation des Festjahres. "Wir wollen allen, die sich eingebracht haben, dabei auch danken", sagt Amtsdirektor Bernd Boschan.

Bekannt gemacht werden soll das Thema Leichhardt auch bei der Internationalen Tourismus-Börse (ITB). Zum Spreewald-Marathon ist dann eine Leichhardt-Nachtwanderung geplant, die einerseits den sportlichen Aspekt seiner Forschungsreisen durch das unbewohnte Australien deutlich machen, andererseits das Abenteuer im "Outback" andeuten soll.

Am 4. Mai steht mit der Eröffnung des Leichhardt-Trails der nächste Höhepunkt an. Er sei gegenwärtig von Trebatsch über den Schwielochsee bis Cottbus ausgeschildert, führe durch die Stadt nach Branitz. Die Eröffnung werde mit einer Ausstellung im Marstall über den Australienforscher verbunden, blickt Boschan voraus. Auf den Spuren Leichhardts können Interessierte dann auch radeln und touristische Entdeckungen mit Sport und Kultur verbinden.

Gemeinsam mit der BTU Cottbus wird derzeit ein wissenschaftliches Symposium für den 24. und 25. Mai vorbereitet. "Dazu wollen wir auch die Uni Potsdam dazuholen", sagt Boschan. Zwei Referenten aus Australien hätten bereits zugesagt. Inhaltlich wollen sich die Teilnehmer mit wissenschaftlichen Ergebnissen über botanische und geologische Klassifizierungen beschäftigen, wie sie von Ludwig Leichhardt vorgenommen worden waren, sowie mit der Rohstofferkundung. Der zweite Tag soll einer Exkursion zur Geburtsstätte Leichhardts gewidmet sein. Ziel sind der wissenschaftliche Austausch und eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen deutschen und australischen Forschern.

Die Kunstausstellung "Aquamediale" wird am 8. Juni am Schwielochsee eröffnet - und unter dem Titel "weites Land" mit australischen Künstlern ausgeweitet. Sie greift die Wasserextreme (Dürre und Fluten) von Australien auf.

Ein ganz besonderes Gefährt wird ab 26. Juli auf dem Schwielochsee zu sehen sein. Der Nachbau des Lastenseglers "Kaffenkahn", mit dem Leichhardts Eltern als Spediteure Geld verdienten, das sie unter anderem in eine etwas höherwertigere Ausbildung ihres Sohnes stecken konnten, wird gegen Abend ankommen und mit einer Party begrüßt.

Vom 22. bis 29. September wird an der Leichhardt-Oberschule in Goyatz eine internationale Bildungskonferenz ausgerichtet. Schüler aus zehn europäischen Ländern werden sich mit dem Oberthema Biodiversität beschäftigen.

Per Live-Schaltung nach Australien wird dann der eigentliche Höhepunkt des Leichhardt-Jahres eingeläutet: Die Konferenz zu seinem 200. Geburtstag. Bereits am 22. Oktober, einen Tag vor dem Geburtstag nach hiesiger Zeit, findet die Eröffnung per Live-Schaltung statt. Denn durch die Zeitverschiebung ist in Australien bereits der 23. Oktober, der Geburtstag Leichhardts, angebrochen. Wie in zwei Zeitzonen, findet die achte Konferenz zu Ehren des Forschers und Wissenschaftlers auch an zwei Orten statt: Am Schwielochsee und im Cottbuser Weltspiegel. Am Schwielochsee soll in Vorträgen einmal mehr die Person des gebürtigen Trebatschers gewürdigt werden. Die Festrede hält Dr. Peter Danckert.