Ausgaben wie Jobkosten, Unterhalt und Spenden mindern die Steuerlast bei Ledigen stärker als bei Ehepaaren. Die Experten von "Finanztest" geben nachfolgend Spartipps und rechnen vor, wie viel sie unterm Strich bringen.

Spenden bringt Segen. Ein Ehepaar muss in diesem Jahr 60 000 Euro versteuern, eine ledige Frau ebenso viel. Das Paar und die Frau wollen in diesem Jahr jeweils 10 000 Euro an einen gemeinnützigen Verein spenden. Das Paar bekommt dafür eine Steuerersparnis von 3205 Euro, die Frau erhält 4411 Euro. Die Ledige bekommt also für ihre Spende 1206 Euro mehr Steuerersparnis als das Paar.

Tipp: Lassen Sie sich für Ihre Spende immer eine Zuwendungsbescheinigung geben.

Pendler mit zwei Haushalten. Ledige mit einem Zweithaushalt am Arbeitsort können die Kosten leichter absetzen als früher. Sie müssen ihren ersten Haushalt nicht mehr aus eigenen Mitteln finanzieren. Wichtig ist, dass dort ihr Lebensmittelpunkt ist - weil da zum Beispiel Familienangehörige leben - und dass die erste Wohnung groß genug ist, um eigenständig zu wirtschaften (Bundesfinanzhof, Az.: VI R 87/10).

Beispiel: Marie lebt mit ihrem Freund in Hamburg und arbeitet in Berlin. Im Jahr 2012 kann sie 6000 Euro Miete für ihre Berliner Zweitwohnung absetzen plus 2160 Euro für die Heimfahrten: 24 x 0,30 Euro x 300 km. Die 8160 Euro senken ihre Abgaben bei 40 Prozent Grenzsteuersatz um 3105 Euro.

Tipp: Ihr Zweithaushalt darf auch in einer Wohngemeinschaft sein (BFH, Az.: VI R 25/11).

Kleiner Ausgleich in knappen Zeiten. Wer mit einem Partner zusammenlebt, der im Jahr 2012 nur wenig Einkünfte und Bezüge hat, kann bis zu 8004 Euro Unterhalt als außergewöhnliche Belastung geltend machen - und außerdem die Beiträge für Basiskrankenschutz und gesetzliche Pflegeversicherung des Partners.

Das Finanzamt muss den Unterhalt anerkennen, wenn der unterstützte Partner wegen des Zusammenlebens kein oder weniger Geld vom Staat erhält oder erhalten würde. Der Unterstützte darf höchstens 15 500 Euro Vermögen besitzen.

Beispiel: Ina Teil lebt mit Leon Keil zusammen. Ina verdient 2012 in einem Midijob 420 Euro Bruttolohn im Monat, insgesamt im Jahr 5040 Euro. Nach Abzug des Arbeitnehmerfreibetrags von 1000 Euro und des Freibetrag für Unterhaltsabzug von 624 Euro bleiben 3416 Euro, die in der Unterhaltsrechnung anzurechnen sind.

Zum Unterhaltshöchstbetrag von 8004 Euro kommen 252 Euro für Inas Basisbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. Abzuziehen sind davon Inas Einkünfte von 3416 Euro. Am Ende der Rechnung kann Leon einen Unterhaltsabzug von 4840 Euro geltend machen. Dafür erhält er bei 40 Prozent Grenzsteuersatz inklusive Soli 1881 Euro Steuern zurück.

Tipp: Lebt der Unterstützte in Ihrem Haushalt, genügt als Nachweis für Ihre Unterhaltskosten, dass Sie für Unterkunft und Verpflegung sorgen.

Höherer Unterhalt für Geschiedene. Geschiedene oder getrennt Lebende, die den Ex unterstützen, können bis zu 13 805 Euro im Jahr als Sonderausgaben absetzen plus die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.

Beispiel: Franz Beut zahlt an seine Exfrau Inge im Monat 750 Euro. Er kann 9000 Euro absetzen und zahlt bei 40 Prozent Grenzsteuersatz mit Soli 3407 Euro weniger Steuern. Inge muss die 9000 Euro zwar versteuern, zahlt dafür am Ende aber keine Steuern. Denn ihr Einkommen sinkt unter den Grundfreibetrag von 8004 Euro: Sie kann 1680 Euro Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben absetzen. Das Geld aus einem abgabenfreien 400-Euro-Minijob muss sie nicht versteuern.

Tipp: Alternativ können Sie bis zu 8004 Euro Unterhalt als außergewöhnliche Belastung absetzen. Den muss der Empfänger nicht versteuern. Das lohnt aber nur, wenn der Empfänger nicht viel verdient und Sie den Unterhaltshöchstbetrag von 13 805 Euro nicht ausschöpfen.

Kleine Stütze für Alleinerziehende. Einen Entlastungsbetrag von 1308 Euro im Jahr erhalten Alleinerziehende. Dafür trägt das Finanzamt auf der Lohnsteuerkarte die Steuerklasse II ein, die den Freibetrag schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Bedingung für diese Regelung ist, dass kein weiterer Erwachsener mit im Haushalt lebt. Ausgenommen sind erwachsene Kinder, für die es Kindergeld gibt.

Auch wenn das Kind gleich viel beim Vater und bei der Mutter lebt, kann nur einer von beiden den Entlastungsbetrag erhalten (BFH, Az.: III R 79/08).

In diesem Fall sollte der Elternteil den Entlastungsbetrag von 1308 Euro nehmen, bei dem er sich auch steuerlich am stärksten auswirkt.

Ausführlich in "Finanztest", Ausgabe 10/12, sowie unter www.test.de/thema/ steuererklaerung