Beide Urteile lauten auf Mord durch unterlassene Hilfeleistung. Der Stiefvater hatte das Baby im November 2005 unter der Dusche verbrüht. Der kleine Justin kämpfte rund 15 Stunden gegen den Tod - dann starb er an Kreislaufversagen. Die Familie hatte erst einen Notarzt verständigt, als es schon zu spät war. Das Urteil entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
Dem Urteil nach hatte der Stiefvater dem Kleinen schon im Alter von sechs Wochen einen Oberschenkel gebrochen. Bei der anschließenden Untersuchung wurden außerdem bereits verheilte Knochenbrüche an beiden Oberarmen, am anderen Oberschenkel, an einem Schienbein sowie am Schlüsselbein festgestellt.
Die Ärzte hatten schon damals die Behörden eingeschaltet. Das Schwurgericht übte scharfe Kritik am Bochumer Jugendamt. Die von den Ärzten angemahnte engmaschige Kontrolle der jungen Familie habe es nicht gegeben. Die Staatsanwaltschaft hatte noch während des laufenden Verfahrens Ermittlungen gegen das Jugendamt aufgenommen. (dpa/uf)