Das bedeutet, dass der 38-jährige Michael P. nicht bereits nach 15 Jahren auf Bewährung entlassen werden kann. Die Richter folgten mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die Leichen der beiden Opfer wurden nie gefunden.
Nach Überzeugung des Gerichts hatte Michael P. seine frühere Freundin am Abend des 15. Juni 2006 in ihrer Wohnung aufgesucht, sie in der Küche getötet und dann das gemeinsame Kind ebenfalls ermordet. Dabei habe er heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Rümke. Es sei dem Angeklagten darum gegangen, Unterhaltszahlungen zu vermeiden. Zudem sei ihm die Ex-Freundin "lästig gewesen für seine weitere Lebensplanung". Das Kleinkind habe sterben müssen, um die Ermordung der Mutter verdecken zu können.
Das Landgericht stützte sich bei seinem Urteil auf verschiedene Indizien: So wurden Blutspuren mit der DNA von Karen Gaucke nicht nur hinter der Einbauküche in der Wohnung der beiden Opfer gefunden, sondern auch in jenem Kombi, den sich Michael P. zur Tatzeit gemietet hatte, obwohl er selbst einen vergleichbaren Wagen fuhr. Blutspuren der 37-Jährigen fanden sich auch auf einem Turnschuh, der ihm gehört. Sein Alibi für den Tatabend hatte zudem Lücken.
Da Blutreste auch im Badezimmer gefunden wurden, mochte das Gericht auch nicht ausschließen, dass Michael P. die Leiche der Frau dort zerstückelte, ehe er sie wegschaffte. In der Gesamtsicht der Spuren gebe "es keinen Zweifel, dass der Angeklagte der Täter ist", sagte der Vorsitzende Richter.
Michael P. schwieg bis zum Schluss zu den Vorwürfen. Zum Ende der Urteilsbegründung sprach Rümke den Angeklagten deshalb noch einmal direkt an und erinnerte an den Wunsch der Eltern von Karen Gaucke, ihre Tochter und Enkelin würdig zu bestatten.
(AFP/uf)