Meterlange Schrankwände reihen sich im Hinterzimmer von Iris Fausts Wohnung in einem Industriegebiet am Rande des pfälzischen Fischbachs aneinander. Bestückt sind sie mit Plastikboxen, in denen es vor Insekten nur so wimmelt. Die 55-Jährige züchtet Schaben und freut sich über jede neue, die schlüpft.

Die Schaben verkauft Faust an Großhändler und Menschen, die sich Reptilien oder große Spinnen als Haustiere halten, die lebendes Futter mögen. "Die Geschäftsidee ist eigentlich von meinem Mann gekommen, er hat Schaben für seine Vogelspinnen gezüchtet, als ich ihn kennenlernte", berichtet sie. Die Qualität der im Handel verfügbaren Futtertiere habe ihn nicht überzeugt, sodass er sich selbst behalf und begann, sie zu züchten. Gemeinsam bauten sie das ungewöhnliche Hobby zu einem Geschäft aus, das sie heute ernährt. Das Paar entwickelte sogar eine eigene Futtermischung aus frischem Getreide, Kräutern und Hundefutter. Auch frisches Obst wird den Schaben gereicht. Wohl genährt, wachsen einige Arten bis auf Fingerlänge heran.

Aus Sicht von Experten gibt es deshalb keinen Grund zur Sorge, die zwei Millionen Schaben des Züchterpaares könnten entkommen. "Eine solche Zucht ist überhaupt kein Problem, denn diese Schaben könnten im Winter nicht draußen überleben", sagt Björn Kleinlogel vom Deutschen Schädlingsbekämpferverband.

Verschickt werden die nahrhaften Schaben in speziellen Versandboxen, sagt Faust. Das Geschäft laufe gut, berichtet die Schabenzüchterin.