. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe engagieren sich im Ausbildungsnetzwerk des Bauernverbandes Südbrandenburg. Öffneten vor zwei Jahren noch zehn Betriebe ihre Türen für 20 Lehrlinge, sind es heute fast doppelt so viele Erzeuger für 45 Auszubildende. Doch die Zahl täuscht über ein Problem hinweg. Viele landwirtschaftliche Betriebe suchen händeringend nach Nachwuchs.

Betriebe aus den Landkreisen Teltow-Fläming, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Spree-Neiße gehören zu dem wachsenden Netzwerk. Der Görlsdorfer Markus Müller von der Schäferei Müller ist Meister im Fleischerhandwerk. Er informiert die Jugendlichen in seinem Hofladen über seine Erzeugnisse. Die angehenden Land- und Tierwirte lernen zum Beispiel an Rinderhälften die unterschiedliche Klassifizierung des Fleisches kennen.

Heike Lehmann ist Mitorganisatorin der regelmäßigen Besuche südbrandenburgischer Höfe. "Jeder Betrieb hat seine Besonderheiten in der Produktion. So können die Azubis immer wieder etwas Neues mit auf ihren Ausbildungsbetrieb zurücknehmen", erklärt sie die Ausflüge mit Lerneffekt. So standen im September drei Betriebe auf dem Programm, in denen das Thema "Kälbergesundheit" den Schwerpunkt bildete. Im Oktober konzentrierten sich die Land- und Tierwirte in Waldsieversdorf auf die Futtermitteluntersuchung.

Fünf Betriebe aus Spree-Neiße sind die jüngsten Neueinsteiger des Netzwerks. Ausbilder Ronny Lehmann begleitet seinen Azubi in den Hofladen von Markus Müller. "Seine Schilderungen waren sehr detailliert. Auch ich kann immer noch etwas dazu lernen", sagt der Mitarbeiter der Agrargenossenschaft "Unterspreewald" in Dürrenhofe.

Ingrid Kühnel koordiniert das Programm. Sie organisiert die Lehrunterweisungen des landwirtschaftlichen Nachwuchses. Ein wachsendes Aufgabenfeld für die Frau vom Bauernverband ist aber der Besuch von Schulen und Ausbildungsmessen.

Zahlreiche Betriebe hätten in diesem Jahr gerne neue Azubis eingestellt, aber keine gefunden, erklärt Heike Lehmann. Die abwechslungsreichen grünen Berufe würden zu oft unterschätzt werden. Dort müsse schon frühzeitig angesetzt werden, um ein Umdenken zu erreichen.

Das können Max Schulze und Silvano Denczyk nur bestätigen. Die 17-jährigen sind angehende Landwirte in der Bauerngenossenschaft Dahme. "Jeden Tag passiert etwas Neues. Langweilig wird es in unserem Beruf nie", so die jungen Männer.

Schon in ihrer Kindheit habe für sie festgestanden, dass sie später in dem grünen Beruf arbeiten wollen. "Die Technik wird immer moderner. Viele haben ein veraltetes Bild von unserem Beruf im Kopf", ergänzt Dennis Jentzsch. So würden in dem Lehrbetrieb des 20-Jährigen in Uckro die Traktoren mit allerhand moderner Technik funktionieren.

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HintergrundKommendes Jahr wird das Förderprogramm für Ausbildungsnetzwerke und Nachwuchsförderung fortgesetzt. Die Aktion wird finanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg und des Europäischen Sozialfonds. Interessierte Eltern und Lehrer können sich beim Bauernverband in Luckau unter der Telefonnummer 03544 2355 melden, um sich über die Ausbildungsmöglichkeiten in den grünen Berufen zu informieren oder die Fachleute in das Klassenzimmer zu holen.