Senftenberg/Schwarzheide. Der Landkreis Spree-Neiße stellt noch in diesem Jahr den Antrag, den Flugplatz Welzow als Verkehrslandeplatz aufzugeben. Das bestätigt Finanzdezernent Carsten Billing. Der Ausgang sei noch völlig offen. Doch in Senftenberg schrillen trotzdem bereits die Alarmglocken. Denn das Einstellen des Flugbetriebes in Welzow gefährdet im Lausitzer Seenland die Gewässerlandebahn auf dem Sedlitzer See. Hintergrund: Der Behördensegen für den dauerhaft genehmigten Wasserlandeplatz ist vom Land-Flugplatz Welzow abhängig. Das bestätigt Senftenbergs Wirtschaftsförderer Frank Neubert. Die Stadt will auf jeden Fall dafür sorgen, dass das aufwendige Genehmigungsverfahren für den Sedlitzer See nicht neu angeschoben werden muss. Die bestehende Start- und Landeerlaubnis für Motorflugzeuge soll an einen Alternativ-Platz angedockt werden. Doch der ist schwer auszumachen.

In Kleinkoschen dürfen nur Leichtflieger landen. Den Verkehrslandeplatz Schwarzheide geben Schwarzheide und Schipkau als kommunale Eigentümer sofort auf, sollte ein Großinvestor einen neuen Industriestandort in Südbrandenburg suchen. Seit acht Jahren ist dies bereits vertraglich mit der BASF Schwarzheide besiegelt. Auch der Regionale Wachstumskern Westlausitz (RWK), dem die Städte Senftenberg, Lauchhammer, Schwarzheide, Großräschen und Finsterwalde angehören, setzt auf das Areal als Ansiedlungsfläche. Die Flugplatzbetriebsgesellschaft Schipkau/Schwarzheide arbeitetet deshalb praktisch zwischen Leben und Sterben.

Dabei sind verstärkt Lande-Nachfragen zu verzeichnen, vor allem wenn Großveranstaltungen auf dem Lausitzring stattfinden, bestätigt Geschäftsführer Michael Nobis. Im Jahr 2010 waren die Flugbewegungen, auch durch das Red Bull Air Race in der Lausitz, deutlich gesteigert worden. Die Entwicklung des Platzes sei jedoch wegen der fehlenden Perspektive stark gebremst. Die ansässigen Vereine, der Aeroclub Schwarzheide, der Deutsche Präzisionsflugverein und die Akademische Fliegergruppe der Technischen Universität Dresden, hätten deshalb nur geringfügig investiert. Luftfahrtunternehmen an den Sonderlandeplatz in Schwarzheide zu binden, sei unter den Bedingungen schwer. Die kommunalen Zuschüsse durch eigene Einnahmen zu senken, ist unrealistisch. Die Stadt Senftenberg hat Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) jetzt darum gebeten, über mögliche Alternativen für Welzow und damit den Wasserlandeplatz Sedlitz zu informieren. „In unsere Überlegungen ist auch der Flugplatz Nardt in Sachsen einzubeziehen“, sagt Frank Neubert.