„Ich bin zwar kein begeisterter Frühaufsteher, aber zum Start der Benefizradtour nach Rostock bin ich um 3 Uhr in aller Frühe am Ortrander Kreisel gewesen“, bestätigt Exner lachend.

Für das Ziel Höfers, den 400 Kilometer langen Weg von Ortrand bis Rostock mit dem Fahrrad in weniger als zwölf Stunden zurückzulegen, haben dem Sportler viele Lausitzer die Daumen gedrückt. Dem Ortrander Vereinskoordinator haben zeitweise die Ohren geglüht, denn das Telefon klingelte ständig, weil Interessierte sich erkundigten. Gespannt hat Karsten Exner die Extremtour von der Heimat aus verfolgt.

Der direkte Draht zu Peggy Höfer, der Ehefrau des Böhlaer Radlers, ins Begleitfahrzeug war praktisch immer hergestellt. Um 14.42 Uhr, in der heißen Phase vor der Zieleinfahrt am Rostocker Rathaus, verkündet der Ortrander: „Frank Höfer liegt im Zeitplan jetzt zehn Minuten zurück, die Kilometer hat er aber geschafft. Er musste leider eine Baustelle umfahren.“

Der Sportler selbst gewinnt dem harten Tag am Ende die positive Seite ab: „Ich habe eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34 Kilometer pro Stunde gehabt, die Zwölf-Stunden-Marke aber trotzdem um zehn Minuten verpasst“, erklärt Frank Höfer am späten Nachmittag. Er ist völlig durchfroren und erschöpft, aber zufrieden. Etwa 6700 Euro sind jetzt auf dem Spendenkonto für Sarah, die eine Beinprothese bekommen soll. Für das Mädchen, das nach einer Krebserkrankung ein Bein verloren hat, geht der Böhler auf Kilometerjagd.

Von Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) bringt Höfer das Stadtwappen mit zurück in die Lausitz.