Jörg F., gegen den seit Anfang Oktober am Landgericht Cottbus ein umfangreicher Strafprozess geführt wird (RUNDSCHAU berichtete), war am Dienstag ohne ausreichende Begründung der Verhandlung ferngeblieben. Daraufhin wurde Haftbefehl gegen den 42-Jährigen erlassen, um die Fortführung des Prozesses zu sichern. Das bestätigte der Sprecher des Landgerichtes Cottbus, Frank Merker. Am Freitag war noch keine Haftbeschwerde eingegangen.Die Staatsanwaltschaft wirft Jörg F. Untreue, Betrug, falsche eidesstattliche Versicherung, Bedrohung und Insolvenzverschleppung vor. Dabei geht es in vielen Fällen um Straftaten, die er in Ausübung seines Berufes als Anwalt begangen haben soll. Er soll Geld, das Mandanten zustand, in die eigene Tasche gesteckt und überhöhte Gebühren in Rechnung gestellt haben. Eine Firma in Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) soll er als Geschäftsführer vor einer verschleppten Insolvenz ausgeplündert haben.Als ihm Kollegen einer Anwaltssozietät die Zusammenarbeit aufkündigten, so ein weiterer Anklagepunkt, habe F. beim Auszug große Teile der Büroeinrichtung und Akten widerrechtlich mitgenommen. Der Chef der Sozietät hatte F. mit seiner Zeugenaussage belastet.Wie die Anwaltskammer Brandenburg bestätigte, hat F. seit Jahresende auch keine Anwaltszulassung mehr. Nach RUNDSCHAU-Recherchen soll er sie freiwillig zurückgegeben haben. Damit ist er möglicherweise einem Entzug der Zulassung durch die Kammer oder im Rahmen einer Verurteilung zuvor gekommen. Der Prozess gegen F. am Landgericht wird am 19. Januar fortgesetzt. Eig.Ber./sim