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| 18:58 Uhr

Festival
Zweites Festival am Bärwalder See

Vor der Seekulisse wurde beim 6. Holi-Open-Air richtig abgetanzt. Das soll sich am 21. Juli beim Festival am Klittener Ufer möglichst wiederholen. Auch dann sind 5000 Gäste im Gespräch.
Vor der Seekulisse wurde beim 6. Holi-Open-Air richtig abgetanzt. Das soll sich am 21. Juli beim Festival am Klittener Ufer möglichst wiederholen. Auch dann sind 5000 Gäste im Gespräch. FOTO: Arlt Martina
Reichwalde. Nach dem Holi-Farbenrausch heißt es „Break the rules“ in diesem Sommer. Der Gemeinderat Boxberg stimmt dem Event zu. Von Regina Weiß

Am Montagabend hört man den Stein fast laut plumpsen, der Toni Heide vom Herzen fällt. Der Geschäftsführer der GBG GmbH mit Sitz in Bautzen hat gerade im Bürgerhaus Reichwalde live miterlebt, wie der Gemeinderat Boxberg für das nächste Open-Air-Festival namens „Break the rules“ (BTR, auf deutsch: Brecht die Regeln) am Bärwalder See grünes Licht gegeben hat. Dabei fällt die Entscheidung mit sieben Ja-, fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung denkbar knapp aus.

Das hat eine Vorgeschichte. Denn das Fest soll am 21. Juli stattfinden und kollidiert damit mit dem 44. Dorffest in Reichwalde. Darüber sind die Gemeinderäte des Boxberger Ortsteils auch alles andere als erfreut. Daraus macht zum Beispiel Frank Müller – er war lange Zeit Vorsitzender des Dorfklubs – auch keinen Hehl. Er erinnert daran, dass es dafür einen Veranstaltungskalender der Gemeinde gibt, um sich mit den Terminen abzustimmen. „Seitdem funktioniert das auch“, so Müller. Nun erfahre man das mit dem Festival, das dem Dorffest Konkurrenz macht. „Das tut weh“, so Müller.

Toni Heide kann diese Meinung nachvollziehen. Wie er sagt, habe er großen Respekt davor, ein Fest zu so einer Tradition werden zu lassen. Deshalb ist künftig auch ein anderer Termin für das See-Festival im Gespräch. Toni Heide möchte gern 2019 wieder das erste August-Wochenende bespielen. Fans werden sofort aufhorchen: Genau, es ist das Wochenende, an dem das Cherry Beach Festival am Bärwalder See stattgefunden hat. Nach einer erfolgreichen Premiere 2015 erfolgte 2016 eine ebenso gute Zweitauflage am Boxberger Ufer, bevor es dann 2017 den Umzug nach Dresden und schließlich die Absage gab. Das ist Vergangenheit.

Ein mehrtägiges Festival könnte die Zukunft sein. Doch 2018 werden erst mal kleinere Brötchen gebacken. BTR ist eine Ein-Tages-Veranstaltung am Klittener Ufer. Der Strand dort wird damit erstmals zur Party-Location. Bürgermeister Achim Junker (CDU) kann nun mit dem Veranstalter einen entsprechenden Vertrag zur Nutzung der Fläche abschließen. Die Genehmigung der LMBV liegt ebenfalls schon vor.

Gestört aber Geil, die Gebrüder Brett oder Anstandslos & Durchgeknallt sind neben anderen vor Ort, um in Klitten die aktuellen Hits aufzulegen. Mit anderen Worten, elektronische Musik steht absolut im Vordergrund. Genau wegen der Künstler habe man auf dieses Wochenende setzen müssen. Toni Heide spricht sogar davon, dass ihm der Termin quasi aufgezwungen wurde. Und er bittet um Verständnis: „Eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt würde für den Eventbereich am See einen Knick bedeuten.“ Noch dazu hat er die Reichwalder um ein Gespräch gebeten. Er will ihnen in Sachen Marketing unter die Arme greifen. Und verweist dabei auf das Holi-Festival vom vergangenen Wochenende. Fast nur über Online-Werbung sei es gelungen, rund 5000 Gäste an den Bärwalder See zu holen. In dieser Liga soll übrigens auch das BTR-Festival spielen.

„Es wäre nicht gut, wenn wir wegen Reichwalde das Festival absagen würden“, argumentiert Gemeinderat Horst Jannack (Linke). „Für den See ist es unheimlich wichtig, dass er im Gespräch bleibt.“

Gut wirkt sich auf die Entscheidungsfindung der Räte aus, dass Amtsleiter Roman Krautz das Holi-Festival vom vergangenen Samstag als absoluten Erfolg einschätzt. Nicht nur in der Durchführung, sondern auch in der Nachbereitung. „Ich muss sagen, das Team hat gute Arbeit geleistet“, so Krautz. Er war Sonntag zur Nachkontrolle vor Ort und musste sich nur wenig die Hände schmutzig machen. 150 Leute hätten dafür hinter und vor den Kulissen gute Arbeit geleistet. „Alle Zahnräder haben super ineinander gegriffen. Die Organisationsstrecke war großes Kino“, so Toni Heide.

Allerdings sei eins nervenaufreibend gewesen. Für das Holi-Festival habe die LMBV erst wenige Tage vorher die Genehmigung erteilt. „Wir sind ein erhebliches Risiko eingegangen“, so Heide. Dieses späte Reagieren der LMBV kommt auch bei Horst Jannack nicht gut an. Die Sportfreunde Bärwalder See haben ihren Pfingstlauf fast ein Jahr lang vorbereitet und bekamen auch erst wenige Tage vorher grünes Licht.