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| 14:38 Uhr

Zweiter Löwe kehrt in den Muskauer Park zurück

Schaulustige verfolgen am Donnerstag das Aufstellen des zweiten Bronzelöwen an der Rampe des Neuen Schlosses im sächsischen Bad Muskau. Die beiden Original-Löwen von 1857 waren nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 eingeschmolzen worden.
Schaulustige verfolgen am Donnerstag das Aufstellen des zweiten Bronzelöwen an der Rampe des Neuen Schlosses im sächsischen Bad Muskau. Die beiden Original-Löwen von 1857 waren nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 eingeschmolzen worden. FOTO: Hannibal Hanschke (dpa-Zentralbild)
Bad Muskau. Vor dem Neuen Schloss in Bad Muskau steht seit Donnerstag wieder ein goldenes Löwenpaar. Die zweite rekonstruierte Figur wurde auf der Schlossrampe in dem zum Weltkulturerbe gehörenden Fürst-Pückler-Park aufgestellt. Der erste Löwe hat schon seit August 2009 auf einer Seite der Treppe seinen Platz. Nach mehr als 60 Jahren sind sie damit wieder vereint. dpa/rw/boc

Seit Donnerstagnachmittag sind die Wangen der Schlosstreppe im Pückler-Park Bad Muskau nicht mehr verwaist. „Die Löwen sind zurück!“, konnte Helma Orosz, Oberbürgermeisterin von Dresden und Vorsitzende des Fördervereins Fürst-Pückler-Park stolz verkünden. Nachdem am 14. August unter Beisein vieler Zuschauer der erste Löwe aufgestellt werden konnte, folgte nun sein Bruder. Per Lkw und unter musikalischer Begleitung legte er die letzten Meter im Park zurück und wurde dann unter dem Beisein von über 1000 Besuchern auf seinen Platz gesetzt. Damit findet ein fünfjähriger Spendenmarathon seinen erfolgreichen Abschluss. Die ursprüngliche Ansicht des Schlosses ist nun wieder hergestellt und erstrahlt in ursprünglichem Glanz.

Die Originalskulpturen aus vergoldetem Zinkguss waren 1949 zum Einschmelzen verkauft worden. Die Rekonstruktion der überlebensgroßen Löwen kostete rund 190 000 Euro, teilte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement mit.Der Freistaat Sachsen hatte den ersten Löwen finanziert. Das Geld für die zweite Figur kam auschließlich durch Spenden zusammen, unter anderem mit Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Der Schöpfer des Parks, Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871), hatte für die repräsentative Schlossauffahrt seinerzeit Pferdeskulpturen vorgesehen. Die Idee des Fürsten wurde aber nie verwirklicht. Sein Nachfolger Prinz Friedrich der Niederlande ließ mit dem flämischen und dem wallonischen Löwen 1857 seine monumentalen Wappentiere auf der Rampe aufstellen.

Die Löwen waren nach historischen Fotos nachgebildet worden. Die je zwei Tonnen schweren Bronzefiguren wurden in der Kunstgießerei in Lauchhammer (Brandenburg) gegossen.