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Weißwasseraner Füchse feiern Jubuiläum
Neue Ehrenmitglieder und Länderspiel

Neben den Urkunden zur Ehrenmitgliedschaft für Roland Herzig (2.v.l.) und Wolfgang Fischer (2.v.r.) gab es von Klaus Hirche (r.), dem Vorsitzenden des Ehrenrates der Füchse, noch die neue Weißwasseraner Eishockey-Chronik. Einer der ersten Gratulanten war Vereinschef Bernard Stefan. Foto: amz1
Neben den Urkunden zur Ehrenmitgliedschaft für Roland Herzig (2.v.l.) und Wolfgang Fischer (2.v.r.) gab es von Klaus Hirche (r.), dem Vorsitzenden des Ehrenrates der Füchse, noch die neue Weißwasseraner Eishockey-Chronik. Einer der ersten Gratulanten war Vereinschef Bernard Stefan. Foto: amz1 FOTO: Torsten Richter-Zippack
Weißwasser. Viele Emotionen bei Festakt 85 Jahre Eishockey in Weißwasser im Stadion der Füchse.

Am 15. Dezember hat sich die Geburtsstunde des Eishockeys in Weißwasser zum 85. Mal gejährt. Aus diesem Anlass fand auf den Tag genau ein Festakt im Fuchsbau statt. Ein Ergebnis: Die Lausitzer Füchse zählen jetzt zwei neue Ehrenmitglieder. Die Torwarte Roland Herzig und Wolfgang Fischer, die seit mehr als einem halben Jahrhundert in den Diensten des Vereins stehen, wurden geehrt. Wolfgang Fischer sorgte mit seinen Paraden nicht nur für die Weißwasseraner DDR-Meistertitel 19 bis 22 in den 1970er-Jahren, sondern bestritt auch 61 Länderspiele im Trikot der DDR. Seit der Jahrtausendwende fungiert er als Ausbilder der jüngsten Eishockeyspieler. So bringt Fischer den Kindern unter anderem das Schlittschuhlaufen bei.

Roland Herzig war im Jahr 1977 in der DDR-Nationalmannschaft bei der B-Weltmeisterschaft in Tokio dabei und sicherte seinem Team den 1. Platz. Später trainierte der Torwart die erste Mannschaft von Dynamo Weißwasser.

Füchse-Chronist Klaus Riehle ging während des Festaktes mit den vielen Gästen auf eine Reise durch die 85 Weißwasseraner Eishockeyjahre. Legendär war der Beginn des Spielbetriebes auf dem zugefrorenen Braunsteich im Dezember 1932. Mehrere Glasarbeiter hatten sich dort zusammengefunden, um diesem Sport zu frönen. Ohnehin gingen, so Riehle, Eishockey und Glasindustrie über Jahrzehnte Hand in Hand. Während die Wirtschaft die Sportler finanziell unterstützte, sorgten die Spieler für den guten Ruf der Glasmacherstadt im ganzen Land.

85 Jahre Eishockey in Weißwasser FOTO: Andreas Neuthe

Seine Hochzeit erlebte das Weißwasseraner Eishockey während der DDR-Zeit. Zwischen den Jahren 1951 und 1990 standen sage und schreibe 25 Meistertitel zu Buche. Nach der Wende spielte das Team zunächst in der Eishockey-Bundesliga. Später rutschen die „Füchse“, wie die Mannschaft fortan genannt wurde, in die zweite Liga und in erhebliche finanzielle Probleme ab. Besonders das Jahr 2005 ist im Gedächtnis geblieben. Damals verstieg sich Oberbürgermeister Hartwig Rauh zu der Aussage, dass er sich Weißwasser auch ohne Eishockey vorstellen könne. Besonders das marode Stadion bereitete den Füchsen Sorgen. Durch das Engagement aller Mitglieder und Fans wurde letztendlich in einem Kraftakt die Spielstätte den Eishockey-Enthusiasten übergeben. „Wir hatten damals die ganze Stadt überzeugt und neues Vertrauen aufgebaut“, erinnerte sich Bernard Stefan, erster Vorsitzender des ES Weißwasser. Den bislang krönenden Höhepunkt bildete die Einweihung des neuen Stadions im Jahr 2013.

„Jawoll, wir brauchen den Eissport. Die ganze Region braucht ihn“, brachte Stefan die Vereinsphilosophie auf den Punkt. Das Hauptziel für die Zukunft bleibe, die erste Mannschaft mit jungen hungrigen Talenten zu füttern. Und natürlich müsse die Region weiter zusammenhalten. Die Weißwasseraner bewiesen diese Vision bereits mit ihrer Kooperation mit den Nieskyer Tornados.

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, der Hartwig Rauh im Jahr 2010 beerbt hatte, stellte klar, dass Eishockey tatsächlich das Aushängeschild seiner Stadt sei. Allerdings gebe es Stimmen vonseiten mancher Stadträte, die forderten, an der Unterhaltung der Eishalle zu sparen.

Ein besonderes Geschenk zum 85. Gründungstag brachte indes Michael Pfuhl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), mit. „Nicht nur die Füchse, sondern auch die deutsche Nationalmannschaft fühlt sich in Weißwasser rundum wohl. Deshalb sind die Verhandlungen zum nächsten Länderspiel im Fuchsbau auf einem guten Weg. Ich denke, im Frühjahr 2018 wird es wieder einen Vergleich geben.“ Lob kam auch vom Geschäftsführer der DEL 2, René Rudorisch: „Man merkt, dass der Standort Weißwasser lebt. Vor den erbrachten Leistungen kann ich nur den Hut ziehen.“ Mehr noch: „In Ihrem Verein und in der GmbH sitzen die richtigen Personen an den richtigen Hebeln. Machen Sie weiter so.“