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Zum Jubiläum gibt es eine Zeittafel

Erich Schulze (r.) und Jan Bergmann präsentieren ein Probeexemplar der neuen Daubitzer Zeittafel.
Erich Schulze (r.) und Jan Bergmann präsentieren ein Probeexemplar der neuen Daubitzer Zeittafel. FOTO: amz1
Daubitz. "Daubitz – Schönes Dorf am Weißen Schöps – 650 Jahre" lautet der Titel eines 134-seitigen Buches, das zum Tag der Deutschen Einheit während einer Gedenkfeier in Daubitz vorgestellt wurde. Die Autoren Erich Schulze vom Daubitzer Heimatverein sowie Jan Bergmann gaben schon mal Einblicke in das Werk. amz1

"Es werden nicht nur dürre Jahreszahlen präsentiert. Wir untermalen die Ortsgeschichte mit vielen Bildern", schickte Erich Schulze voraus. Wertvolle Dienste für die entsprechenden Recherchen hätten, so der ehemalige Landrat, eine bereits in den 1980er-Jahren in Daubitz publizierte Broschüre sowie eine Schrift aus dem Jahr 1910 geleistet.

Das jetzige Buch setze sich aus mehreren Rubriken zusammen. In einer gehe es um markante Gebäude im Ort. So ist zu erfahren, dass der erste Kirchturm aus dem Jahr 1714 stammt. Zudem musste das Gotteshaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, bevor der Neubau vor nunmehr genau 100 Jahren geweiht werden konnte. Das daneben befindliche Gewandhaus, in dessen Mauern die Broschüre vorgestellt wurde, gibt es seit 160 Jahren. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit bekannten Personen aus dem Ort. So stammt etwa der erste Landrat des preußischen Landkreises Rothenburg (Oberlausitz), Friedrich Heinrich Wilhelm von Roeder (1775 - 1833), aus Daubitz. Ebenfalls fehlt der örtliche Pfarrer Henner-Jürgen Havenstein (1931 - 2001) nicht, der maßgebliche Beiträge zur friedlichen Revolution 1989/1990 in seiner Heimatregion leistete, beispielsweise als Mitbegründer des Neuen Forums im Bezirk Cottbus. Nicht zuletzt spielt auch die wirtschaftliche Entwicklung in der neuen Broschüre eine wichtige Rolle. So erfahren die Leser, dass einst die Daubitzer gegen den Eisenbahnbau rebellierten. Stattdessen profitierte der Nachbarort Rietschen, der dank der neuen Transportmöglichkeiten einen Aufschwung erlebte.

Das Daubitz-Heft ist ab 6. Oktober zum Preis von fünf Euro beim örtlichen Heimatverein zu haben. Es soll auch an weiteren Stellen im Ort verkauft werden.

Pfarrer Andreas Deckstrom verwies während des Erntedankgottesdienstes am Tag der Einheit auf seine eigene Herkunft. Denn ohne den 3. Oktober 1990 würde er heute nicht vor der Daubitzer Gemeinde stehen. "Ich bin ja Westberliner, meine Frau stammt aus Brandenburg, und unser Sohn wurde in Fulda geboren. Heute leben wir zufrieden in Sachsen. Dafür verspüre ich Dankbarkeit." Der Kirchenmann lud die Gläubigen schon mal zum Festgottesdienst am 30. Oktober in die heimische St. Georgskirche ein. Dann soll der Abschluss der Außenrenovierung gefeiert werden. In der vergangenen Zeit wurden unter anderem die Fundamente saniert, das Dach eingedeckt, die Fassade ausgebessert sowie neue Fenster und Türen eingebaut.

Nicht vergessen werden soll der prächtige Erntekranz, der zu Erntedank im Daubitzer Gotteshaus bewundert werden konnte. Diesen, so Pfarrer Deckstrom, habe die polnische Gemeinde Zessendorf (Dobrochów) mit viel Liebe zusammengeflochten. Die beim Gottesdienst gespendeten Lebensmittel kommen in diesem Jahr dem Verein "Fish-Lausitz" in Weißkeißel zugute, der sich auf die Arbeit mit Suchtkranken spezialisiert hat.