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Zum Jubiläum geht es in Richtung Graustein

Ausmarsch der Wanderer auf ihre Acht-Kilometer-Strecke in Richtung Graustein und der ehemaligen Muna. Mit von der Partie war auch Detlef Rakels Schäferhund Max.
Ausmarsch der Wanderer auf ihre Acht-Kilometer-Strecke in Richtung Graustein und der ehemaligen Muna. Mit von der Partie war auch Detlef Rakels Schäferhund Max. FOTO: amz1
Schleife. Ausgerechnet zum 25. Schleifer Volkswandertag zeigt sich das Wetter von seiner kalten und nassen Seite. amz1

Kein Problem jedoch für die knapp 20 unentwegten Wanderer, die sich an diesem Sonntag trotzdem auf eine rund acht Kilometer lange Tour begeben. Ziel ist der Wald unweit von Graustein, hart an der Brandenburger Grenze.

"Ein Wanderer kennt kein schlechtes Wetter, sondern nur unzureichende Kleidung", stellt Detlef Rakel, Vorsitzender des einladenden SV Lok Schleife, gleich mal klar. Er freut sich, dass trotz des Regens so viele Leute gekommen sind. Selbst die Radlergruppe von Bernd Juskowiak will starten. "Wir fahren durch das ganze Kirchspiel", erklärt er, etwa 25 Kilometer.

Seit dem Jahr 1993 lädt der SV Lok alljährlich zum Volkswandertag ein. Die Aktion war damals aus einer bundesweiten Initiative hervorgegangen. Einer, der vom ersten Tag an dabei war, ist Dieter Tschirner. "Unsere erste Tour führte uns mit Förster Scamell auf die Hochkippe bei Mulkwitz", erinnert sich der heute 80-Jährige. Bis zum Jahr 2006 gab es zu allen Volkswandertagen den "Wandergroschen", eine Münze mit dem Konterfei einer bekannten Sehenswürdigkeit in Deutschland. Wandern gehöre für Dieter Tschirner einfach zum Leben dazu. "Man sieht eine Menge und tut etwas für die Gesundheit", lautet die logische Begründung.

Im Laufe der Jahre haben die Schleifer schon alle bekannten und weniger bekannten Ecken rund um ihren Heimatort erkundet. Klar, dass sich dabei auch gewisse Favoriten herauskristallisieren. Besonders reizvoll sei der Weg zum ehemaligen Weißwasseraner Jagdschloss gewesen. Nicht minder attraktiv präsentiere sich der "Borstelweg" im Alten Schleifer Teichgelände. Erkundet worden seien auch das im Brandenburgischen gelegene Schleifer Kirchdorf Lieskau sowie die Windräder auf der Hochkippe bei Spreetal und Trattendorf.

Auch bei den Radwanderern kommt keine Langeweile auf. Tag für Tag fährt Edith Guttenberg jeden Mittag mit ihrer Freundin Rosemarie Berton eine 13 Kilometer lange Runde von Schleife über Mühlrose nach Mulkwitz und Rohne und wieder zurück. "Wandern klappt nicht mehr so, da schmerzen immer die Knie. Aber Radfahren tut mir wirklich gut", so Edith Guttenberg. "Wenn wir unsere Tagesrunde absolviert haben, klopfen wir uns immer anerkennend auf die Schultern."

Für Detlef Rakel ist das Sorbische Kulturzentrum Schleife ein wichtiger Anlaufpunkt. Denn dort gibt eine Infotafel Auskunft über alle Wanderwege in der Region. "Viele Leute nutzen die Verbindungen, insbesondere natürlich Touristen." Bernd Juskowiak ergänzt, dass nicht wenige Einheimische zwar schon die halbe Welt bereist hätten, aber die reizvolle Umgebung des Heimatortes kaum kennen. "Das ist natürlich schade", erklärt der Radler.

Um auf das Wetter am Volkswandertag zurückzukommen: Die Gaststätte auf dem Schleifer Sportplatz hat bereits den weisen Vorausblick. Denn unterwegs sorgt das Team für eine Glühweinpause. Das Angebot nehmen die Wanderer natürlich gern an. Und trösten sich: "Bei schönem Wetter kann ja jeder wandern."