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Geopark
Zukunftsplan für Faltenbogen

Radler nutzen gern den Geopark.
Radler nutzen gern den Geopark. FOTO: Geopark
Weißwasser. Der Geopark Muskauer Faltenbogen braucht noch viel mehr Werbung. So sieht es jedenfalls Piotr Kuliniak, Bürgermeister von Leknica (Lugknitz). Regina Weiß

Bei der Auftaktveranstaltung zum Projekt "Transnationaler Unesco-Geopark Muskauer Faltenbogen / uk Muzakowa - Gemeinsame Entwicklungsstrategie bis 2028" dieser Tage in Weißwasser, weiß das polnische Stadtoberhaupt zu berichten, dass der Geopark und der Muskauer Park von polnischen Touristen öfter mal in einen Topf geworfen werden. So ist es nicht verwunderlich, wenn die Besucher denken, dass die Grube Babina mit ihrem Rundweg zum Muskauer Park gehört. "Es fehlt einfach an den entsprechenden Informationen", sagt Kuliniak. Helfen können nicht nur Infotafeln, wie sie in Weißwasser oder Zary aufgestellt werden, sondern auch Einladungen an Reiseveranstalter, die die Werbung für den Faltenbogen an ihre Kundschaft bringen.

Werbung für den Faltenbogen ist die eine Seite der Medaille, die andere ist der Masterplan, der bis Ende des Jahres aufgestellt sein muss. "Es ist ein ganz, ganz wichtiger Schritt, denn er enthält die Entwicklungsstrategie für die nächste Zeit", so Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext).

Manfred Kupetz, Vorsitzender des Fördervereins Muskauer Faltenbogen, regt an, sich bei der Strategie an der Machbarkeitsstudie, die seit 1998 gilt, ein Beispiel zu nehmen. "Davon sind schließlich schon viele Ideen umgesetzt worden", so Kupetz. Dabei hat der Geologe nicht nur die Entwicklung im Gelände im Blick, sondern aus seiner Sicht auch die Erhaltung von Wegen und Anlagen. "Die Geotope müssen gepflegt werden", so Kupetz. Und dafür müsse man auch das Geld aufbringen. Außerdem schreibt er den rund 50 Anwesenden der Auftaktveranstaltung ins Stammbuch, dass es sich beim Faltenbogen um keine Teilgeoparke handelt. "Es kann nur einen geben", so Kupetz. Nicht immer einfach, wo doch zwei Grenzen zu überwinden sind.

Auch wenn den Masterplan ein externes Fachbüro erstellen wird, sind Zuarbeiten und Ideen von "außen" willkommen. Geoparkführer, Touristiker, Vertreter von Kommunen, Planungsverbänden - sie alle sollen mittun, wird von Manfred Kupetz und Nancy Sauer, Leiterin der Geopark-Geschäftsstelle in Döbern, erklärt. Zwei Arbeitsgruppen mit den Titeln "Langfristige Strategieplanung" und "Geotopmanagement" sind dafür vorgesehen. Außerdem soll es Anfang September in Leknica und in Weißwasser öffentliche Workshops geben, wo hoffentlich viel gute Ideen beigesteuert werden. Anregungen und Hinweise sammelt außerdem die Geschäftsstelle schon jetzt ein: info@muskauer-faltenbogen.de oder 035600 368712

Zum Thema:
Die zertifizierten Geoparkführer bieten Wanderungen über das ganze Jahr an. Sie vermitteln den Teilnehmern viel über die Entwicklung der Kulturlandschaft und die fast 200-jährige Bergbau- und Industriegeschichte. www.muskauer-faltenbo-gen.de