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| 17:34 Uhr

Bundeswehr
Potenzial für Luna und Bündnispartner

 Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn (2.v.l.)  im Gespräch mit Oberstleutnant und TÜP-Kommandant René Pierschel (2.v.r.)  und Oberstleutnant Michael Vormwald,  Kommandeur Bereich Truppenübungsplatzkommandantur Ost (r.).
Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn (2.v.l.)  im Gespräch mit Oberstleutnant und TÜP-Kommandant René Pierschel (2.v.r.)  und Oberstleutnant Michael Vormwald,  Kommandeur Bereich Truppenübungsplatzkommandantur Ost (r.). FOTO: Regina Weiß
Weißkeißel . Bei der Zukunft des Truppenübungsplatzes Oberlausitz geht es nicht nur um die verstärkte Nutzung des Platzes, sondern auch um die Digitalisierung. Von Regina Weiß

Für General Eberhard Zorn ist es eine Premiere. Als Generalinspekteur der Bundeswehr besucht er am Dienstag erstmals den Truppenübungsplatz (TÜP) Oberlausitz. Gegen 10.30 Uhr schwebt er mit dem CH-53 ein. Den Hubschrauber hat er gewählt, um sich einen Überblick über das Gelände zu verschaffen. Immerhin ist das Übungsareal der Bundeswehr nun nicht gerade klein zu nennen. 40 Kilometer breit und zehn Kilometer lang – da sieht man das Gebiet aus der Luft wirklich am besten. Auf dem Boden wieder angekommen, sieht Zorn ein großes Potenzial für die 24 500 Fußballfelder große Fläche.

Und diese Entwicklungsmöglichkeiten macht er in drei verschiedenen Bereichen aus, wie er dann auf dem TÜP in Haide erklärt. Dort haben sich neben vielen Männern und Frauen vom Militär auch zivile Gäste eingefunden. Allen voran Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Ebenfalls vor Ort sind Landrat Bernd Lange (CDU), SPD-Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk sowie die Anrainer-Bürgermeister Andreas Lysk (Weißkeißel), Ralf Brehmer (Rietschen), Achim Junker (Boxberg) und Manfred Heine (Spreetal). Sie hören in einem kurzen Vortrag, welche Möglichkeiten die Digitalisierung für den Platz in Sachsen eröffnen könnte. Die Ideen trägt Platzkommandant Oberstleutnant René Pierschel vor.

  Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) schaut sich gemeinsam mit Landrat Bernd Lange eine der Attrappen an, die für Übungszwecke gebaut worden sind.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) schaut sich gemeinsam mit Landrat Bernd Lange eine der Attrappen an, die für Übungszwecke gebaut worden sind. FOTO: Regina Weiß
  Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) schaut sich gemeinsam mit Landrat Bernd Lange eine der Attrappen an, die für Übungszwecke gebaut worden sind.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) schaut sich gemeinsam mit Landrat Bernd Lange eine der Attrappen an, die für Übungszwecke gebaut worden sind. FOTO: Regina Weiß

Digitalisierung, dass ist auch die Marschrichtung, die sich Zorn vorstellt. Sie bietet neue Möglichkeiten für die Führung und Überwachung eines solch großen Geländes bis hin zum Thema Sicherheit, beispielsweise beim Brandschutz. Doch wer digital führen und überwachen will, der braucht das analoge Leben – die übende Truppe. „Im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung stehen wir derzeit an der Speerspitze der Nato. Dafür müssen wir uns zukunftsfähig aufstellen“, unterstreicht der Generalinspekteur. Und er erinnert an die große Nato-Übung vom Juni dieses Jahres. „Rund 2000 Leute waren hier in Zelten untergebracht“, so General Eberhard Zorn. Nicht nur der Transit müsse sichergestellt sein, sondern auch der Platz, wo die Truppe übt, sich für ihre verschiedensten Einsätze vorbereiten kann. Damit der TÜP Oberlausitz noch mehr als Übungsgelände und Zwischenstopp für verbündete Streitkräfte genutzt werden kann, soll in die Infrastruktur investiert werden. Hanger und Hallen samt Werkstatt sollen aus einem „Zeltlager“ einen festen Rastplatz machen. Die notwendige Logistik zur Betreuung dieser Anlagen kann sich Eberhard Zorn in den Händen ziviler Beschäftigter, des Mittelstandes der Region, vorstellen. „Arbeitskräftezahlen kann ich noch nicht sagen. Das müssen wir jetzt alles durchrechnen“, sagt er in einem Statement gegenüber der Presse. Den Platz dafür biete der TÜP allemal, sogar so viel, dass mehrere Truppen parallel üben könnten. Man werde den Platz also aktiv anbieten, erklärt der Generalinspekteur. So dem amerikanischen Bündnispartner im Rahmen von Defender 2020.

Zudem biete sich hier die Möglichkeit zur verstärkten Nutzung als Übungsgelände für unbemannte fliegende Systeme. Die Rede ist von Luna, der luftgestützten unbemannten Nahaufklärungs-Ausstattung. GPs-navigiert und mit Kameras und keinen Waffen an Bord kommen die Geräte als Aufklärungsdrohne zum Einsatz. Was sie aufklären können, steht schon auf dem TÜP. Modelle verschiedenster Panzer. Diese lassen sich mit einer Heizung versehen, sodass sie von Wärmekameras zu orten sind.

Ministerpräsident Michael Kretschmer freut sich an diesem Tag über die guten Nachrichten in Sachen TÜP. „Er ist schließlich auch ein Wirtschaftsfaktor.“ Der Platz werde in der Region akzeptiert, es gebe ein gutes Miteinander. Deshalb sei es um so wichtiger, dass er zukunftssicher ist. Die Idee, den Platz zur zentralen Ausbildungs- und Übungseinrichtung im Osten werden zu lassen, stärke den TÜP und die Region zugleich. Gerade auch mit Blick auf den Strukturwandel.

Spreetals Bürgermeister Manfred Heine wirft dennoch ein, dass der Platz nicht nur Fürsprecher habe. „Es ist ein sensibles Thema.“ Deshalb fordert er auf, die Bürger bei der Entwicklung des Platzes mitzunehmen. General Eberhard Zorn versichert, die Schießzeiten keinesfalls aufs Wochenende ausdehnen zu wollen und auch das Nachtschießen werde sich in Grenzen halten.

Für Oberstleutnant René Pierschel ist der Dienstag ein guter Tag. „Ich bin rundum zufrieden“, sagt er am Nachmittag der RUNDSCHAU. Die Ideen seien eine Richtschnur. „Wir können uns weiter nach vorn entwickeln.“

 Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn (2.v.l.)  im Gespräch mit Oberstleutnant und TÜP-Kommandant René Pierschel (2.v.r.)  und Oberstleutnant Michael Vormwald,  Kommandeur Bereich Truppenübungsplatzkommandantur Ost (r.).
Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn (2.v.l.)  im Gespräch mit Oberstleutnant und TÜP-Kommandant René Pierschel (2.v.r.)  und Oberstleutnant Michael Vormwald,  Kommandeur Bereich Truppenübungsplatzkommandantur Ost (r.). FOTO: Regina Weiß