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| 01:28 Uhr

Zukunft für Eisenbahn in Rothenburg

Derzeit steht vor allem museumsreife Technik auf den Gleisanlagen in Rothenburg. Dies könnte sich nach dem Willen von Landrat Bernd Lange bald ändern.
Derzeit steht vor allem museumsreife Technik auf den Gleisanlagen in Rothenburg. Dies könnte sich nach dem Willen von Landrat Bernd Lange bald ändern. FOTO: Menschner
Rothenburg.. Der designierte Landrat des künftigen Landkreises Görlitz, Bernd Lange (CDU), geht davon aus, dass ein großer Teil der Holz- und Pellettransporte für das künftige Sachsenpellet-Werk am Rothenburger Flugplatz auf dem Schienenweg erfolgen wird. Uwe Menschner

"Wir befinden uns derzeit in intensiven Gesprächen über die Trägerschaft für die Instandsetzung der Strecke Horka-Rothenburg", erklärt er. Die Bahnlinie befindet sich im Besitz der Deutsche Regionaleisenbahn GmbH, einer Tochtergesellschaft des Deutschen Bahnkundenverbandes.
Bernd Lange kann sich den Ausbau der Strecke in drei Stufen vorstellen: "Die erste Stufe wäre die Herrichtung als reine Werksbahn für Sachsenpellet. Dafür könnte man sich mit Investitionen von knapp unter 100 000 Euro begnügen." An den Übergängen wären keine Umbauarbeiten notwendig, der Straßenverkehr hätte in diesem Falle Vorrang vor dem Schienenverkehr.
In der zweiten Stufe könnten laut Bernd Lange weitere Interessenten - "diese gibt es bereits" - in das Vorhaben einbezogen werden. Der Umbau würde in diesem Fall etwa eine Million Euro erfordern, der regionale Zweckverband ZVON müsste mit ins Boot geholt werden. Eine dritte Stufe - die Wiederaufnahme des Personennahverkehrs - hält der Landrat ebenfalls für "nicht unrealistisch", insbesondere hinsichtlich des künftigen Schülerverkehrs zwischen Niesky, Horka und Rothenburg. "Allerdings ist der dafür erforderliche Bedarf erst in zwei bis drei Jahren zu erkennen", schränkt er ein. Laut Bernd Lange zahlt sich jetzt positiv aus, dass er stets auf dem Erhalt der baulichen Anlagen für die Bahnstrecke bestanden habe und diese nicht den vielerorts tätigen "Abrisskommandos" zum Opfer fielen.
Die Bahnlinie Horka-Rothenburg-Priebus (Przewoz) blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück. Sie wurde im Dezember 1907 zunächst von Horka-Nord bis Rothenburg, im Mai 1908 weiter bis Priebus über Lodenau in Betrieb genommen. Haltepunkte existierten unter anderem in Biehain und Nieder Neundorf. Ab 1949 war die Strecke an der Neiße unterbrochen, die Züge fuhren nur noch bis Steinbach. 1967 wurde der Personenverkehr eingestellt. Das Teilstück Horka-Lodenau war noch bis 1990 für den Güterzugverkehr in Betrieb, im Rahmen des Rothenburger Stadtfestes fahren zuweilen Traditionsbahnen auf dem Abschnitt.