| 02:40 Uhr

Risiko für Dumpinglohn-Firmen steigt
Zoll kontrolliert 2017 bisher bei 70 Prozent mehr Betrieben

Das zuständige Hauptzollamt Dresden kontrollierte hinsichtlich Schwarzarbeit im ersten Halbjahr im Landkreis Görlitz insgesamt 959 Betriebe – 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Das zuständige Hauptzollamt Dresden kontrollierte hinsichtlich Schwarzarbeit im ersten Halbjahr im Landkreis Görlitz insgesamt 959 Betriebe – 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. FOTO: IG Bau Osstsachsen
Görlitz. Das Risiko für Dumpinglohn-Firmen steigt: Im Landkreis Görlitz ist die Gefahr für Unternehmen, bei unsauberen Praktiken vom Zoll erwischt zu werden, erstmals seit Jahren gestiegen. Das zuständige Hauptzollamt Dresden kontrollierte im ersten Halbjahr insgesamt 959 Betriebe – 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. pm/ni

Allein im Baugewerbe prüften die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) laut IG Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Ostsachsen, 268 Arbeitgeber. Im Fokus standen dabei insbesondere: illegale Beschäftigung, Lohn-Prellerei und Betrug bei der Sozialversicherung. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) an das Bundesfinanzministerium.

Die IG BAU Ostsachsen begrüßt die Zunahme der Prüfungen. "Es ist offenbar endlich die Botschaft angekommen, dass sich Schwarzarbeit nur durch mehr staatliche Kontrolle eindämmen lässt", sagt Bezirkschef Peter Schubert.

So stieg auch die Zahl der Kontrolleure: Beschäftigte die FKS im vergangenen Jahr bundesweit noch 6865 Beamte, waren es im Juni bereits 7211, wie aus der Zoll-Auswertung des Finanzministeriums hervorgeht.

Grund zur Entwarnung sieht Schubert jedoch nicht. Nötig seien bundesweit mindestens 10 000 Kontrolleure bei der FKS. "Solange eine Zoll-Visite die Ausnahme und nicht die Regel ist, haben Wirtschaftskriminelle ein zu leichtes Spiel", so der Gewerkschafter. Dies zeige sich gerade auch in der Baubranche. Hier würde oftmals nicht einmal der vorgeschriebene Mindestlohn gezahlt. So verhängte das Hauptzollamt Dresden allein für Verstöße gegen den Bau-Mindestlohn im ersten Halbjahr Bußgelder in Höhe von 96 500 Euro.