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Zittauer Bahnhof wird zu einer Großbaustelle

Auch wenn die umfangreichsten Arbeiten noch bevorstehen, gleichen die Gleisanlagen am Zittauer Bahnhof bereits jetzt einer Großbaustelle.
Auch wenn die umfangreichsten Arbeiten noch bevorstehen, gleichen die Gleisanlagen am Zittauer Bahnhof bereits jetzt einer Großbaustelle. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Zittau. Die Deutsche Bahn AG baut den Haltepunkt barrierefrei aus und erneuert die Infrastruktur. Von August bis November wird die Anlage komplett gesperrt. uwe Menschner / ume1

Die technische Infrastruktur im Zittauer Bahnhof wird bis voraussichtlich Ende 2018 komplett erneuert und modernisiert. Wie die Sprecherin der Deutschen Bahn AG für Sachsen, Erika Poschke-Frost, erklärt, investieren ihr Unternehmen und der Bund insgesamt 45 Millionen Euro in das Vorhaben.

Bereits jetzt stellt die Gleisanlage des Bahnhofes in der Dreiländereckstadt eine große Baustelle dar. Schon im vorigen Jahr begann die Bahn damit, nicht mehr benötigte Gebäude abzureißen und das Baufeld für die geplante Maßnahme freizumachen.

Seit April werden nunmehr die Gleise 1 und 2 erneuert sowie die für die Errichtung des elektronischen Stellwerks benötigte Fläche vorbereitet. Außerhalb des Bahnhofes laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Abriss und den anschließenden Neuaufbau der Bahnbrücke über die Tongasse.

Ab Juni treten die Arbeiten dann in eine neue Phase ein: Bis Ende des Jahres sollen laut Bahnsprecherin Gleise und Weichen innerhalb des Bahnhofes erneuert sowie die Kabelanlagen und Signale für das elektronische Stellwerk aufgebaut werden.

Zugleich sind die Erneuerung des Hausbahnsteiges und die Verlängerung des Mittelbahnsteiges 2/3 einschließlich Beleuchtung und Wegeleitsystem vorgesehen. In diesem Zusammenhang will die Deutsche Bahn AG auch Aufzüge für den barrierefreien Zugang einbauen. Im gleichen Zeitraum soll der Neuaufbau der Brücke Tongasse einschließlich Gleisarbeiten abgeschlossen werden. Für das Jahr 2018 sieht der Zeitplan als Abschluss die Sanierung der denkmalgeschützten Bahnsteigdächer vor.

"Für die Modernisierungsarbeiten an Gleisanlagen und Bahnsteigen im Bahnhof ist von Mitte August bis Mitte November eine Vollsperrung vorgesehen", erklärt Erika Poschke-Frost.

In diesem Zeitraum erfolgen demnach auch die Abbruchmaßnahmen der Bahnbrücke Tongasse. Dadurch sollen die Behinderungen für den Bahnverkehr so gering wie möglich gehalten werden.

Dennoch kommt es baubedingt zu Einschränkungen des Reiseverkehrs, über die die Deutsche Bahn AG und die beauftragten Verkehrsunternehmen rechtzeitig informieren wollen. Zittau wird in diesem Zeitraum nur noch mit Bussen erreichbar sein.

Nach Abschluss der Maßnahme ist die gesamte Strecke zwischen Bischofswerda und Zittau mit moderner Leit- und Sicherungstechnik ausgestattet. Dies schafft laut Bahn AG die Voraussetzungen für einen Taktknoten, der den Bahnverkehr in Südostsachsen wesentlich attraktiver macht.

Der Zittauer Bahnhof wurde im Jahre 1848 eingeweiht und seitdem beständig ausgebaut und erweitert. Fuhren zunächst nur Züge auf der (inzwischen eingestellten) Strecke nach Löbau, so kamen 1859 die Strecken nach Reichenberg (Liberec), 1868 nach Großschönau sowie 1875 nach Görlitz hinzu.

Heute stellt Zittau mit Verbindungen nach Liberec, Görlitz (-Cottbus), Großschönau (-Rybniste) und Bischofswerda (-Dresden) sowie den Schmalspurbahnen ins Zittauer Gebirge einen der wichtigsten Bahnknotenpunkte in der Region dar.

In Vorbereitung des damals in Zittau stattfindenden Tages der Sachsen wurden im Jahr 2001 das Empfangsgebäude und der Vorplatz grundlegend saniert.