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Zahl der Verletzten bei Unfällen sinkt

Görlitz. In den Landkreisen Görlitz und Bautzen sind im vergangenen Jahr bei Unfällen 30 Menschen tödlich verunglückt – weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Unfälle ist gesunken – auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt. red/dh

"In unserer Region sind im vergangenen Jahr erneut weniger Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt oder gar getötet worden, das ist eine gute Nachricht", so Polizeipräsident Conny Stiehl. "Seit vier Jahren sinken die Unfallzahlen kontinuierlich und sind derzeit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren."

Häufigkeit der Unfälle gesunken. Die Gesamtzahl der im Jahr 2014 polizeilich registrierten Unfälle in den Landkreisen Bautzen und Görlitz betrug 15 598. Damit reduzierte sich die Anzahl der Kollisionen im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 882 Fälle. Dieser Wert entspricht einem Rückgang von mehr als fünf Prozent. Je 100 000 Einwohner ereigneten sich statistisch 2742 Verkehrsunfälle.

Weniger verunglückte Verkehrsteilnehmer. Im Jahr 2014 sind weniger Menschen bei Verkehrsunfällen in der Region verletzt worden. Von 2250 Verunglückten verstarben 30 und damit acht Menschen weniger als noch im Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 596 in etwa auf Vorjahresniveau. Etwa 2,8 Prozent betrug der Rückgang an Personen, die leicht verletzt wurden (1670 auf 1624).

Hauptunfallursachen. Vorfahrtsfehler und überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit waren die Hauptunfallursachen. Jeder dritte Verkehrsunfall mit Personenschaden war hierauf zurückzuführen. Bei jungen Fahrern (18 bis 24 Jahre) geschah sogar jeder dritte Unfall mit Verletzten infolge zu schnellen Fahrens. Auf den Rängen folgen unzureichender Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden und Alkohol- beziehungsweise Drogenkonsum als Ursache. Etwas jeder 14. Unfall mit Verletzten oder gar getöteten Verkehrsteilnehmern ereignete sich, weil die Fahrer "berauscht" waren.

Motorrad- und Radfahrer. Der Anteil von Kradfahrern an Verkehrsunfällen war im Jahr 2014 mit 177 Fällen höher als im Jahr zuvor. Von ihnen verursachten 98 die Kollisionen selbst. In den Landkreisen Bautzen und Görlitz starben zwei Kradfahrer im Straßenverkehr.

Auch Radfahrer waren verstärkt in Unfälle verwickelt. Die Polizeidirektion Görlitz registrierte insgesamt 329 leicht verletzte, 140 schwer verletzte sowie fünf tödlich verletzte Radfahrer.

Wildunfälle. Mit einem Anteil von 20,5 Prozent war im Jahr 2014 jeder fünfte von der Polizei in der Oberlausitz registrierte Verkehrsunfall ein Zusammenstoß mit Wild. Die Anzahl sank leicht von 3372 auf 3195. Besonders die waldreichen Regionen nördlich der BAB 4 sind hiervon betroffen.

Jeden Tag Unfallfluchten. Etwa jeder fünfte gemeldete Verkehrsunfall ist mit einer Unfallflucht verbunden. In der breiten Masse handelt es sich dabei um Parkrempler oder Außenspiegelkollisionen. Derartige Sachverhalte bewegen sich im Drei-Jahres-Vergleich auf etwa gleichbleibendem Niveau. Vier von zehn Straftaten in diesem Deliktfeld klärte die Polizei auf. Voraussetzung dafür sind allerdings nicht selten Zeugenhinweise zum Verursacher. Bleiben diese aus, ist es für die Ermittler nur schwer möglich, die Straftat aufzuklären.

Verkehrskontrollen. Die Beamten der Polizeidirektion Görlitz führten im vergangenen Jahr mehr als 2000 Kontrollen mit Blick auf die Hauptunfallursache Geschwindigkeit durch. Dabei waren 25 154 Kraftfahrer zu schnell unterwegs. Etwa jeder Dritte von ihnen wurde gleich gestoppt.

Insgesamt wurden 59 137 Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt. Dabei wurden mehr als 1200 Handyverstöße registriert sowie knapp 7500 Gurtmuffel ertappt.