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| 16:50 Uhr

Bergbau
Wünsche gibt es gleich mehrere

Tagebau-Referent Mathias Kuhle zeigt auf der Karte, wie der Tagebau Nochten weiter „wandert“. Zirka zwölf Jahre wird er noch im Abbaugebiet I zu tun haben, bevor er dann ab 2030 ins Teilfeld Mühlrose einschwenkt.
Tagebau-Referent Mathias Kuhle zeigt auf der Karte, wie der Tagebau Nochten weiter „wandert“. Zirka zwölf Jahre wird er noch im Abbaugebiet I zu tun haben, bevor er dann ab 2030 ins Teilfeld Mühlrose einschwenkt. FOTO: Regina Weiß
Mühlrose. 80 Mühlroser sind beim Bürgerdialog am Donnerstag dabei, um mit Planern, den Vertretern der Leag und der Gemeindeverwaltung Schleife ins Gespräch zu kommen. Von Regina Weiß

Steffen Seidlich hat einen Plan für den Bebauungs-Plan (B-Plan). Der Bauamtsleiter von Schleife hat genau getaktet, wie es weitergeht, um aus einer Grünfläche zwischen dem Groß Dübener- und dem Lieskauer Weg ein Baugebiet zu machen. Es ist das Dreieck, wo Mühlrose entstehen soll.

Am Donnerstag sind es viele Planunterlagen, die die Mühlroser in ihren Bann ziehen. Bei einem Bürgerdialog, den Schleife und die Leag zusammen veranstalten, nutzen 80 Mühlroser die Gelegenheit, sich noch einmal alles genau anzusehen, um dann ihre Bedenken und Hinweise im Gespräch mit den Verantwortlichen zu formulieren und auch niederzuschreiben. Frühzeitige Bürgerbeteiligung heißt dann im Verwaltungsdeutsch. Denn alles, was jetzt auf den Tisch kommt, kann zeitnah eingearbeitet werden. Bereits im Dezember soll über den Entwurf des B-Plans abgestimmt werden. Dann geht die vorgeschriebene Tippel-Tappel-Tour weiter. Denn das große Ziel lautet: Planungsbeschluss Juli 2019. Das wäre gleichzeitig der Startschuss für die Erschließungsarbeiten im Auftrag der Leag. Es müssen die Medien in die Erde und Straßen gebaut werden, bevor es auf den einzelnen Grundstücken losgehen kann. Diese sind im Durchschnitt zwischen 1000 und 1500 Quadratmeter groß und gruppieren sich in der Dorfmitte, wo künftig das Dorfgemeinschaftshaus und der Mietwohnungsbau entstehen soll. Wie die Mühlroser selbst bauen wollen, auch das ist Sinn des Dialogs: Holzhaus, Stadtvilla, Bungalow? Die Wünsche werden sozusagen gesammelt. Wobei auch Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) diesbezüglich einen Wunsch hat: Er fände es schön, wenn die derzeit ortsübliche Bauweise auch am neuen Standort aufgegriffen werde. Wobei natürlich klar ist, das die Zeiten großer Höfe vorbei sein dürfte.

Ein Wunsch der Mühlroser ist es, dass der Bus auch durch ihr neues Dorf fährt. Am Freitag hat es dazu ein Gespräch gegeben. Kommt der Bus, gibt es eine Bushaltestelle in der Ortsmitte und braucht die Straßen die entsprechende Breite.

Neben vielen Mühlrosern ziehen auch Kriegerdenkmal und Glockenturm um. Das Schwimmbad wird neben dem Sportplatz – an der der neuen Erschließungsstraße, die am Kreisverkehr in Scheife (Ortsausgang nach Graustein) mündet. Gebaut wird dort ein Radweg – für die Kinder, die zur Schule fahren.

Was man in Neu-Mühlrose nicht finden wird, ist ein neues Feuerwehrhaus. Es gibt Interessensbekundungen der Mühlroser und Schleifer Wehren, sich zusammenzufinden. Das werde sich dann auch baulich in Schleife widerspiegeln. Diesen Weg zu beschreiten, sei nicht einfach gewesen, erklärt Bork mit Blick auf die Verhandlungen. Aber er ist froh, das die Entscheidung so gefallen ist. Gleiches gilt für die zum Friedhof. Die Mühlroser haben ein eigenständiges Areal, dass an den vorhandenen Friedhof von Schleife angedockt wird. Die Trauerhalle werde man künftig gemeinsam nutzen.

So sieht der Plan von Mühlrose auf, wie es zwischen dem Groß Dübener und dem Lieskauer Weg in Schleife entstehen soll.
So sieht der Plan von Mühlrose auf, wie es zwischen dem Groß Dübener und dem Lieskauer Weg in Schleife entstehen soll. FOTO: Regina Weiß