| 03:05 Uhr

Wort am Sonntag: Kontrolle ist gut, Vertrauen besser

FOTO: LR
Das Fernsehen beglückt uns mit Sendungen, in denen Handwerkern und anderen Berufsgruppen ob ihrer Ehrlichkeit auf den Zahn gefühlt wird. Da wird der Fernsehmechaniker gerufen, weil der Fernseher angeblich kaputt ist. Martin Schäfer, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Weißwasser

Dieser wurde aber mit einem Fehler präpariert, den es zu finden und kostengünstig zu beseitigen gilt. Dabei trifft der Dienstleistende meistens auf eine Oma, die mit Fachwissen nur so um sich wirft, welches ihr per Funk ein im Nachbarzimmer befindlicher Fachmann souffliert. Die Handwerker, die vorgeführt werden, finden natürlich die kalte Lötstelle auf der Platine. Aber anstatt kurz mit dem Lötkolben den Kontakt wieder herzustellen, wird der alte Kasten unnötigerweise mit dieser oder jener teuren Baugruppe aufgewertet. Die fatale Botschaft: Trau keinem Handwerker und wer dir sonst noch so über den Weg läuft, sie wollen dich alle über den Löffel ziehen. Ja, es gibt schwarze Schafe! Aber rechtfertigt dies das Misstrauen, welches hier gesät wird? Von Lenin soll der Spruch stammen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Weit ist er, wie man weiß, damit nicht gekommen. Denn wo Vertrauen durch Misstrauen ersetzt wird, entsteht ein Klima, in dem nur wenig oder gar nichts Gutes wachsen kann. Deshalb ist es besser zu vertrauen. Aber Vorsicht! Wenn es um ihr Leben geht, dann sollten sie ganz sicher sein, wem sie ihr Vertrauen schenken. Dass nur Gott hier die richtige Adresse ist, haben Menschen erfahren und zu Papyrus gebracht. Und das liest sich dann in der Bibel so: "Wer ihm (Gott) vertraut, wird nicht enttäuscht werden" (Römer 10,11).