Der Wolf, der sich in einen Hinterhof in Görlitz verirrt hatte, ist wieder frei. Das Tier wurde in die Natur entlassen, hat Karin Bernhardt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden erklärt. Dies sei noch am Montag geschehen, nachdem der etwa ein Jahr alte Rüde von einem Tierarzt untersucht und geröntgt wurde.

Wolf nur leicht verletzt

„Der Wolf hatte nur leichte Schnittverletzungen“, so Bernhardt. Wohin Isegrim ausgewildert wurde, wollte das Landesamt zum Schutz des Tieres nicht sagen. Es sei jedoch in Absprache mit dem für das Revier zuständigen Jäger geschehen.

Der Wolf wurde zudem mit einem Sender in Form eines Halsbandes versehen. „Damit kann nachverfolgt werden, wie er sich in dem Gebiet einlebt“, sagte Bernhardt weiter. Erste Signale hätten bereits gezeigt, dass es dem Tier gut gehe und er umherstreife.

In die Enge getrieben

Der Wolf war am Montag mitten am Tag in einem Hinterhof in Görlitz gesichtet worden. Als sich das Tier in die Enge getrieben fühlte, verletzte es sich beim Sprung durch ein Kellerfenster. Zum Einfangen wurde der junge Wolf von einem Tierarzt betäubt. „Er zeigte sich zu keiner Zeit aggressiv“, so die Sprecherin weiter. Das hätte sowohl die Polizei als auch Experten vom Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung bestätigt. „Das Tier zeigte sich scheu und verschreckt.“ Es sei nicht unüblich, dass sich ein Wildtier auf Wanderschaft in Dörfern oder Städten verirre, so Bernhardt.

Der Wolfsrüde war offenbar auf der Suche nach Futter in dem Hinterhof in der Görlitzer Innenstadt gelandet. Dort standen mehrere gut gefüllte Mülltonnen. Das Wohnhaus liegt nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Ufer der Neiße entfernt – einem Streifgebiet. Für Menschen habe laut Landesamt zu keiner Zeit Gefahr bestanden.

Derweil sorgt das Thema in den sozialen Netzen für Aufregung. Die einen fordern in ihren Kommentaren, dass der Wolf, der es einmal in ein Wohngebiet geschafft hat, nie wieder Freigang bekommen darf. Die anderen freuen sich dagegen, dass das Tier wieder in die Natur entlassen worden ist.

Andere wiederum spielen auf die Krimis unter dem Namen „Wolfsland“ an, die in Görlitz gedreht wurden und werden und fragen nach, ob die Ermittler Butsch und Dellbrück – die beiden Hauptdarsteller – schon die Ermittlungen aufgenommen haben?