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| 12:37 Uhr

Wölfe in Sachsen
Wolfsfreunde zeigen Landrat an

Dieses Foto zeigt einen Wolf aufgenommen im Tier-Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald. Der  Abschuss eines Wolfes im Landkreis Görlitz hat nun möglicherweise ein juristisches Nachspiel.
Dieses Foto zeigt einen Wolf aufgenommen im Tier-Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald. Der Abschuss eines Wolfes im Landkreis Görlitz hat nun möglicherweise ein juristisches Nachspiel. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Görlitz. Der Vorwurf lautet multiple Rechtsbrüche. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf.

(rw) Ein Bündnis aus „Wolf ja bitte“, Grüner Liga Sachsen sowie Menschen- und Tierrechtspartei ETHIA hat Bernd Lange (CDU), den Landrat des Kreises Görlitz angezeigt. Sie werfen dem Politiker „multiple Rechtsbrüche“ in Bezug auf den Wolfsabschuss vor, unterstreicht Bettina Jung, Bundesvorsitzende von ETHIA im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Sie bezeichnen die jüngste Pressemitteilung des Landsratsamtes, dass der Wolf fachgerecht erschossen worden sei, als Skandal. Es sei in keiner Weise nachgewiesen, dass der tote Wolf derjenige sei, der möglicherweise für die Angriffe auf Hunde verantwortlich sei. Am Jahresende waren zwei Hunde in Krauschwitz und Weikeißel angegriffen worden.

„Der Abschuss eines maximal geschützten Tieres basiert auf Vermutungen, unwissenschaftlichen Vorverurteilungen und haltlosen Schnellschüssen – im traurigsten und wahrsten Sinne des Wortes. So darf nicht weiter agiert werden. Hier ist nach dem Prinzip vorgegangen worden: ,Erst töten, dann weitersehen’“, so Bettina Jung. Überhaupt sei die Tötung eines unter europäischem und Bundesnaturschutz stehenden Tieres nur als letzter Weg möglich, wenn beispielsweise Menschenleben in Gefahr seien. Vorher müssten immer andere Mittel, wie die Vergrämung, zum Einsatz kommen. Bettina Jung spricht außerdem „von einem extrem intransparenten Verfahren“. Anschreiben der Wolfsfreunde an das Landratsamt nach Bekanntgabe der Genehmigung für die Entnahme des Tieres seien nicht beantwortet worden.

Bei der Staatsanwaltschaft Görlitz sind mittlerweile diverse Anzeigen gegen den Landrat eingegangen, bestätigt Staatsanwältin Irene Schott. Es gehe dabei um den Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutz-, das Bundesnaturschutzgesetz, gegen internationales Recht wegen des Schutzstatuses des Wolfes. Auch die Polizei hat diesbezüglich die Ermittlungen aufgenommen, bestätigt deren Pressestelle in Görlitz.

Landrat Bernd Lange werde das Geschehen nicht kommentieren. Noch immer liege nichts Schriftliches vor, so Pressesprecherin Su­sanne Lehmann.

(rw)