ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:18 Uhr

Woher kommen die Früchte des Lebens?

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt, er setzt seine Felder und Wiesen instand. Er pflüget den Boden, er egget und sät und regt seine Hände von morgens bis spät.“ Und wieder ist der Monat März gekommen. Von Reinhard Müller*

Dieses alte Volkslied sagt uns, dass es bald wieder losgeht mit der Feldbestellung und dem Wachsen von köstlichen Früchten. Während früher viele Bauern und Bäuerinnen für die Volksernährung sorgten, sind es heute nur noch ein paar Leute. Meist arbeiten in den Agrargenossenschaften "Pflanzenproduzenten", die nicht mehr ihr Rösslein anspannen, sondern mit Traktoren oder anderen Großraummaschinen die Feldarbeit erledigen. Aber die Wahrheit des Wachsens ist bei aller modernen Technik geblieben: Ein Getreidekorn muss in die Erde und vergehen, wenn wir Früchte haben wollen.
Diese Wahrheit der Natur hat nun Jesus Christus benutzt, um seinen Freunden und uns seine Bedeutung und besonders seinen grausamen Tod am Kreuz verständlich zu machen. Daran denken wir jetzt in der Passionszeit und so hat dies auch der Spruch des Sonntages Lätare (2.3.) zum Inhalt. Jesus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“
Der Fakt in der Natur ist klar. Auf den Menschen Jesus bezogen heißt das, dass er sterben musste, damit andere Menschen Früchte haben und leben! Wir Menschen leben nicht von sich aus, sondern wir verdanken uns also einem anderen. Am Anfang unseres inneren Lebens stand Leid. Weil die Machthaber damals Jesu Liebe und Gerechtigkeit und Frieden nicht aushielten, töteten sie ihn. Wäre Jesus abgehauen, wären seine großen und zu Herzen gehenden Worte Schaumschlägerei gewesen. Aber er hat den Tod ausgehalten und damit den Erweis gebracht, dass seine Liebe wirkliche Liebe ist und seine Gewaltlosigkeit wirklicher Frieden ist.
Auch wir können diese wunderbaren Früchte haben und anwenden, denn "Liebe ist das einzige was wächst, wenn wir es verschwenden."
*Der Autor dieses Beitrages ist Pfarrer i. R. aus Nieder Seifersdorf