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| 14:36 Uhr

Wölfe in der Lausitz
Kontaktbüro meldet für 2019 sechs tote Wölfe

 Seit 2000 sind acht Wölfe in Sachsen illegal getötet worden.
Seit 2000 sind acht Wölfe in Sachsen illegal getötet worden. FOTO: dpa / Carsten Rehder
Rietschen . Sechs Wölfe sind 2019 in Sachsen bislang gestorben. Das meldet das Kontaktbüro. Zu ihnen gehören auch zwei Alttiere. Darunter vermutlich der alte Milkeler Rüde. Er war einem Artgenossem unterlegen.

In Sachsen wurden im Jahr 2019 bislang sechs tote Wölfe registriert. Vier davon wurden im Landkreis Bautzen und je einer in den Kreisen Görlitz und Mittelsachsen festgestellt. Unter den Totfunden waren vier Wolfswelpen, die infolge von Unfällen zu Tode kamen, und zwei Altwölfe, die Verletzungen aufwiesen, welche jeweils auf eine Auseinandersetzung mit anderen Wölfen schließen lassen.

Am 26. März wurde ein verletzter Altwolf in Lohsa beobachtet. Am darauf folgenden Tag gelang es, das Tier einzufangen und zu betäuben, damit es untersucht werden konnte, meldet das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen in Rietschen.

Dabei stellte sich heraus, dass der Wolf schwere Bissverletzungen hatte. Das Gewebe um die Verletzungen war teilweise bereits abgestorben.

Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurde das Tier eingeschläfert. Erst war vermutet worden, dass die Verletzungen des Wolfes von einem Beschuss stammen könnten. Diese Annahme konnte nicht bestätigt werden.

Toter Lausitzer Wolf ist vermutlich Milkeler Rüde

Bei dem Tier handelte es sich vermutlich um den alten Milkeler Rüden. Die Untersuchung der genetischen Probe steht noch aus, jedoch ist dieser alte Wolf durch Fotofallen­aufnahmen bekannt. Dieser wurde im Daubitzer Rudel geboren. Später war er der Rüde des Seenlandrudels. Nachdem die alte Seenland-Fähe im Winter 2011/2012 verschwunden war, wechselte der Rüde in das Milkeler Territorium. Dort verpaarte er sich 2012 zunächst mit einer Milkeler Tochter. Ab 2013 war er als Rüde des Milkeler Rudels mit der alten Milkeler Fähe verpaart.

Die alte Fähe ist ebenfalls bereits 13 oder 14 Jahre alt und wurde im Herbst 2018 das letzte Mal nachgewiesen. In den letzten beiden Jahren hat das alte Paar offensichtlich keine eigenen Welpen mehr aufgezogen.

Stattdessen hatten sich im Monitoringjahr 2017/2018 zwei ihrer Töchter im Milkeler Territorium reproduziert. Der alte Rüde wurde nun bei Kämpfen mit anderen Wölfen schwer verletzt.

Wolf in Waldhufen starb durch Bissverletzungen

Auch der am 21. Februar bei Waldhufen gefundene erwachsene Wolfsrüde hatte schwere Bissverletzungen erlitten, in deren Folge er starb.

Wölfe markieren die von ihnen bewohnten Gebiete und verteidigen sie. Vor allem in Gebieten, in denen flächendeckend Wolfsterritorien etabliert sind, kann es zwischen benachbarten Rudeln zu Kämpfen kommen, welche zum Tod eines Individuums führen können. Besonders im Frühjahr zur Paarungszeit können intensive Auseinandersetzungen zwischen benachbarten Rudeln auftreten.

Seit 2000 gab es in Sachsen insgesamt 85 tote Wölfe, meldet das Büro. Davon starben 56 Wölfe bei Verkehrsunfällen. Acht wurden illegal getötet.

(rw)