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| 18:20 Uhr

Bundeswehr
Wo sich Soldaten und Natur wohl fühlen

Gäste aus Politik, Wirtschaft, von Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und Bundesforst kamen beim Neujahrsempfang 2018 auf dem Truppenübungsplatz zusammen und schließlich auch ins Gespräch.
Gäste aus Politik, Wirtschaft, von Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und Bundesforst kamen beim Neujahrsempfang 2018 auf dem Truppenübungsplatz zusammen und schließlich auch ins Gespräch. FOTO: Regina Weiß
Weißkeißel. Der Truppenübungsplatz Oberlausitz erwartet auch 2018 Kontigente aus Singapur, heißt es beim Neujahrsempfang. Von Regina Weiß

Die Reden von René Pierschel beim Neujahrsempfang auf dem Truppenübungsplatz (TÜP) Oberlausitz sind immer launig. Auch am Mittwoch bringt der Oberstleutnant seine Gäste aus Politik, der Bundeswehr und ihren Einrichtungen, Polizei und Bundesforst zum Lachen. Und nicht nur er. Aber der Reihe nach.

„Panzerbataillon, Hubschrauber, Singapurer, Hubschrauber, Urlaub, Singapurer, Niederländer, Panzer, Weihnachten“, ist quasi ein Schnelldurchlauf durch das Übungsgeschehen auf einem der größten Militärflächen Deutschlands. Eine Zusammenfassung á la Pierschel für das vergangene Jahr. Ein Jahr, in dem es an Herausforderungen nicht mangelte, erfahren die aufmerksamen Gäste. Dafür gibt es an alle, die in irgendeiner Form an den Erfolgen beteiligt waren, ein großes Dankeschön.

2017 haben auf dem 17 500 Hek­tar großen Areal 14 495 Soldaten geübt. Das war noch mal eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. 2016 waren es 10 592 gewesen. „Wenn wir das so halten, dann bin ich zufrieden, denn dann sind wir gut ausgelastet“, so Pierschel. Von 208 möglichen Schießtagen seien 179 genutzt worden. Bei Übungstagen kommt man auf 54. Das seien meist die Wochenende, denn unter der Woche werde geschossen.

Im Frühjahr und Herbst kam die übende Truppe aus Singapur. 1200 Soldaten lernten die Oberlausitz und hier sogar das Oktoberfest kennen. Nämlich das in Rietschen. „Sie waren begeistert“, so Pierschel und meint beides, Platz und Feier. Seit zwei Jahren gibt es diese Zusammenarbeit. „Das hat sich bis Singapur rumgesprochen.“ Der Kommandant merkte es an der Steigerung der VIP-Betreuung. Auch der Generalinspekteur des Stadtstaates, also der höchste Soldat von Singapur, schaute auf dem Platz vorbei.

Es waren aber nicht die einzigen ausländischen Gäste. Im Zuge der Unterstützungsleistung für die Nato-Partnerschaft waren Italiener, Niederländer und die USA mit Truppenteilen vor Ort. Da habe es auch mit dem Transport der Technik gut geklappt, spielt Pierschel auf das Panzertransport-Desaster vor wenigen Tagen auf der A 4 an.

Auf der Habenseite für 2017 stehen die Außerdienststellung der Schießbahn 11 und die Inbetriebnahme der neuen Anlage 1, die im westliche Teil des TÜPs in der Neustädter Heide liegt.

Absoluter Höhepunkt sei der Tag der offenen Tür gewesen. Mit 8351 offiziellen Gästen und denen, die noch auf Schleichwegen durch den Wald kamen, sei man regelrecht überrannt worden. „Das nächste Mal werden wir sicherlich 10 000 auf dem Plan haben. Aber das wird erst 2020 sein“, blickt Pierschel schon mal weit voraus.

Beim Blick auf dieses Jahr erzählt Pierschel über Wandertage, 1600 Singapurer und den nächsten Baum des Jahres. Eine Esskastanie soll den Hain der Jahresbäume am TÜP komplettieren. Heike Böhm (SPD), die Bürgermeisterin von Rothenburg, soll die Baumpatin werden. „Ja, ich will“, erwidert sie auf die Bitte von Pierschel und hat damit die Lacher auf ihrer Seite.

Der neue Schützenpanzerwagen Marder soll 2018 auf dem TÜP testen, ob er mit dem neuen Lenkflugkörpersystem (MELLS) kompatibel ist. Außerdem soll auf der Schießbahn 1 ein Lärmmess-Schießen stattfinden.

Was die Wandertage betrifft, geht es im April für die angrenzende Bevölkerung in den westlichen Bereich des Übungsplatzes und im September wieder in den ehemaligen Ort Tränke.

Dass sich auf der Anlage längst nicht nur die Truppen, sondern auch alles, was kreucht und fleucht, wohlfühlt, ist nicht erst seit der Wiederkehr der Wölfe bekannt. Anhand eindrucksvoller Bilder kann der Leiter des Bundesforstamtes, Franz Graf von Plettenberg, beweisen, wie sehr sich die Tiere wohlfühlen. Da ist zum Beispiel der Wiedehopf, der auf dem TÜP eingezogen ist, oder der Kranich mit seinen Jungen oder der Seeadler. Die Fotos gehören zu einem Kalender, den jeder Bundesforstbezirk einmal macht. Der von 2018 zeigt die Naturschönheiten in der Lausitz.

Oberstleutnant René Pierschel.
Oberstleutnant René Pierschel. FOTO: Regina Weiß