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Wo das Nein-sage-Gen fehlt, nicht aber das Engagement

Ben Pohling (Mitte) bittet zum Torwandschießen: Bei seinem Junggesellenabschied hatten ihn seine Kumpels und Fußball-Kollegen in ein "schönes rosa" Kostüm gesteckt und ihn so am Freitag durch Weißwasser laufen lassen. Mit einem Stoffball konnten Passanten die "menschliche Torwand" nutzen und dabei einen Schnappschuss oder einen "Absacker" gewinnen. Allerdings wäre dem künftigen Bräutigam wohl Kleingeld für den anstehenden Polterabend im Juli lieber gewesen. Melanie Krauzick heiratet ihren Ben am 22. Juli.
Ben Pohling (Mitte) bittet zum Torwandschießen: Bei seinem Junggesellenabschied hatten ihn seine Kumpels und Fußball-Kollegen in ein "schönes rosa" Kostüm gesteckt und ihn so am Freitag durch Weißwasser laufen lassen. Mit einem Stoffball konnten Passanten die "menschliche Torwand" nutzen und dabei einen Schnappschuss oder einen "Absacker" gewinnen. Allerdings wäre dem künftigen Bräutigam wohl Kleingeld für den anstehenden Polterabend im Juli lieber gewesen. Melanie Krauzick heiratet ihren Ben am 22. Juli. FOTO: Chr. Köhler
Beim größten Kita-Welpenturnier der Lausitz vorvergangenen Freitag in Weißwasser hat es mehrmals wie aus Eimern gegossen. Den Knirpsen hat das kaum was ausgemacht. ni/ckx/rw)

Einige patschten nach Herzenslust durch die Pfützen. Und Cheforganisator Frank Konietzky kommentierte das so: "Die Mama macht sowieso Wäsche!"

Hoch anzurechnen ist der Einsatz von Rechtsanwalt Gerd Konietzka. Der Weißwasseraner fungierte als Beurkunder der Unterlagen für die Guinness-Weltrekord-Buch-Truppe. Denn in dieses Buch sollte das Turnier unbedingt Aufnahme finden. Beim VfB 1909 ist man sich einig: So ein Turnier mit so vielen Kita-Mannschaften aus Sachsen, Brandenburg sowie Polen und Tschechien hat es noch nirgendwo gegeben. Anwalt Konietzka habe es sogar soweit getrieben und versucht, den Regen mit der Tasse einzufangen …

Einen tollen Job machten die vielen Helfer am Turnerheim. Ob Uwe Kreller und André Neujahr als Stadionsprecher, die für die wichtigen Informationen im Stadionrund am laufenden Band sorgten. Oder das Dream-Team Doreen Beye und Anja Gröschner sowie Carola Hildebrandt, die sich nicht nur rührend um den VfB-Nachwuchs kümmern, sondern sich beim Welpenturnier Gold-Medaillen verdient hätten. Egal, zu welcher Zeit und an welcher Stelle des Turnerheimplatzes man gerade war, eine der Drei war garantiert schon mit den Kindern zugange.

Dass Frank Konietzky, der Cheforganisator des Welpenturniers, den Stempel fußballverrückt trägt, ist bekannt. Ohne Rücksicht auf sein persönliches Wohlergehen und Privatleben hat der Weißwasseraner einen Großteil der Vorbereitungen gewuppt. Das ging so weit, dass er am Tag vor dem Turnier von 6 bis 23 Uhr mit aufgebaut hat, dort übernachtete und früh noch vor um 6 Uhr wieder durchs Turnerheim düste. Wir wissen das aus 100-prozentig sicherer Quelle. Frank, du bist großartig! Von uns gibt es jetzt dennoch die Rote Karte - Feldverweis. Bitte gönn Dir Ruhe nach diesen strapaziösen Wochen! Das trifft ebenso auf seinen Vater Georg (knapp 83) zu. Wie ein Tausendsassa wuselte der liebenswerte Senior umher und stellte manchen jungen Kerl in den Schatten. Oder Bruder Steffen. Mit seiner Elektrofirma ist er europaweit bei Spezialaufträgen gefordert und gefragt. Da bleibt kaum Zeit für Privates. Dennoch war er zur Stelle beim Großereignis und sorgte für sichere und stabile Elektrik am Platz. Hut ab! Vater Georg hat für seine Familie einen treffenden Satz ausgesprochen: "Wir sind mehr als verrückt, und dann hat man bei uns ein Gen vergessen - das Nein-sage-Gen."

Ein Wiedersehen mit Eishockey-Legende Mirko Lüdemann - da muss ein Erinnerungsfoto sein. Und dem kann selbst Dieter Krein vom VfB nicht widerstehen. "Lüdi" hat vergangenen September seine erfolgreiche Profi-Karriere bei den Kölner Haien beendet. Der 42-jährige gebürtige Weißwasseraner war übers Wochenende zu Besuch bei seiner Familie in der alten Heimatstadt. Als ihn Hajo Beil vom VfB bat, zum Welpenturnier zu kommen, sagte er zu und erlebte einen tollen Tag, Hunderte sportbegeisterte Kinder, Sonne, Regen und viele nette Leute.

Begeistert vom Welpenturnier war auch der Fußball affine SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Baum aus Bad Muskau. Als er den Spielern aus der Kita Leknica die Erinnerungsmedaillen umhing, kündigte er an: "Ihr kommt dann alle zu Rot-Weiß!" Baum ist dessen Vizepräsident und kann ja mit der Nachwuchsgewinnung nicht früh genug beginnen.

Im Rahmen der feierlichen Grundsteinlegung für die neue Kita Regenbogen am Montag kam Erzieherin Margitta Noack zu Ehren. 25 Jahre ist sie in dem Beruf bei der Stadt Weißwasser tätig. Dafür gab es Blumen und nette Worte.

Apropos Regenbogen. Kita-Leiterin Steffi Grünler ist sehr angetan von ihrem Team, das "offen und echt toll ist. Es ist optimal, und ich bin froh, dort zu arbeiten", gestand sie. Dass in ihrer Kita nicht nur Erzieherinnen arbeiten, sondern auch zwei männliche Kollegen, sei klasse. "Die Kinder lieben Steffen Mrotzeck und Tony Pohl."

Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch und die Kita-Kinder waren bei der Grundsteinlegung ein gutes Team. Wo immer Hilfe notwendig war, gab er sie ohne ein Wort darüber zu verlieren, griff einfach zu: beim Schatullefüllen, beim Mörtelschippen. Selbst als sich der kleine Maximilian am Schippenstiel wehtat, war der OB zur Stelle und sagte: "Komm, ich puste, dann wird alles wieder gut", nahm die Hand vom Knirps und pustete. Alles war wieder gut, gemeinsam brachten sie die Aufgabe zu Ende.

Für ein Schmunzeln sorgte während der Ratssitzung in Krauschwitz in dieser Woche Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler). Er hatte das grenzübergreifende Rittertreffen am 1. Juli in Przewóz angekündigt. Auf die Frage von Gemeinderat Dieter Heyne (CDU), welche Vertreter denn von Krauschwitz in Ritterrüstung dort aufschlagen würden, entgegnete Mönch: "Ich dachte, Herr Heyne, ich kann Sie dazu motivieren." Man darf also gespannt sein ...

Dass Klein Priebus mindestens einmal im Jahr vom Dorf zur Stadt wird, darauf machte Stefan Hofmann, stellvertretender Vorsitzender des Traktorvereins, aufmerksam. "Der am weitesten gereiste Gast bei unserem diesjährigen Traktortreffen kam aus den Masuren", erzählte er den Gemeinderäten. Und noch mehr: "Der Pole hatte auf der Reise an seinen Traktor ein großes Transparent gehangen: ,Wir fahren nach Klein Priebus!'" Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) nutzte in diesem Zusammenhang die Gelegenheit, sich bei allen Krauschwitzern und Einwohnern der eingemeindeten Dörfer für ihr ehrenamtliches Engagement zu bedanken. "Für das Ehrenamt, was unsere Gemeinde so lebenswert macht, kann man sich nicht oft genug bedanken", sagte er.

Einen besonderen Dank möchte Heidi Beyer aus Schleife loswerden: "Ich bedanke mich für die wirklich tolle Arbeit der Sanitäter und Notärzte in Weißwasser und Schleife." Bereits zum wiederholten Male sind die Retter binnen weniger Minuten bei der Schleiferin gewesen, um ihrem Mann das Leben zu retten. "Nur so hat mein Mann überlebt", erzählt sie. Für die schnelle Hilfe und dafür, dass die Sanitäter und Ärzte nicht nur wissen, was sie tun, sondern der Familie auch stets Mut zusprechen, will die Schleiferin 1000 Mal "Danke" sagen.

Bei der gemeinsamen Ratssitzung in Schleife begrüßte auch Landrat Bernd Lange (CDU) alle anwesenden Bürger aus Schleife, Trebendorf, Mühlrose und Rohne. Dann stutzte er kurz. "Ich habe doch garantiert einen Ortsteil vergessen", diagnostizierte Lange selbst. Richtig: Mulkwitz war ihm durch die Lappen gegangen.

Während der Sitzung der nicht mitgliedschaftlich organisierten Wählervereinigung "Wir für Trebendorf" ging es um die Stelle für den Bearbeiter Bergbau. Wolfgang Zech, der sie bis dato innehatte, verkündete auf Nachfrage, dass er schon aufgehört hat und zu Hause ist. "Siehst auch ganz erholt aus", wurde aus den Reihen kommentiert.

Als feststand, dass Ariane Kraink einstimmig als Bürgermeister-Kandidatin für Trebendorf nominiert worden war, warf Andreas Schneidewind aus Mühlrose ein: "Da will die Ariane mal einen ausgeben und dann ist die Kneipe zu." Doch die Kandidatin hatte Vorsorge getroffen.

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