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Wissenswert Was macht der Schwefel im Wein?

Region.. Seit einem Jahr müssen die wichtigsten Allergieauslöser auf der Lebensmittelverpackung deklariert werden. Darunter fallen 12 Zutatengruppen, von glutenhaltigem Getreide über Schalennüsse und Sellerie bis hin zu Sulfiten und Schwefeldioxid. (red/pm)

Alle Weine, die mehr als 10 mg/l Schwefeldioxid und Sulfite enthalten, müssen seither auf dem Etikett den Hinweis "enthält Sulfite" tragen. "Einige Menschen reagieren sehr empfindlich auf Schwefel, nämlich mit Kopfschmerzen und Übelkeit", führt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Sachsen aus. "Daneben gibt es die kleine Gruppe der Sulfit-Allergiker, die mit asthmaähnlichen Reaktionen auf schwefelhaltige Lebensmittel reagiert."
Völlig schwefelfreie Weine gibt es nicht, da bestimmte Hefen während der Gärung immer Schwefeldioxid bilden. Daneben ist Schwefel ein traditionelles antimikrobielles Mittel, das heißt, er wird zur Bekämpfung von Bakterien und Schimmelpilzen eingesetzt. Schwefel wirkt gleichfalls antioxidativ, er schützt also den Wein vor unerwünschten Reaktionen mit Sauerstoff und damit vor so genanntem Firngeschmack und vor Farbveränderungen (Braunwerden). Schwefel wirkt also stabilisierend und konservierend auf den Wein. Dank moderner kellertechnischer Verfahren konnte der Einsatz von Schwefel bei der Weinbereitung deutlich reduziert werden.
Der Gesetzgeber hat Höchstwerte für den Schwefelgehalt in Weinen festgelegt. Die niedrigsten Höchstwerte gelten für trockene Rotweine gefolgt von trockenen Rosé- und Weißweinen. In Spätlesen ist der zulässige Schwefelgehalt bei allen Weinarten höher. Die höchsten Schwefelgehalte sind in Auslesen, Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eiswein erlaubt. Allerdings liegen die meisten Erzeugnisse heute weit unterhalb dieser erlaubten Höchstwerte. Auch im Bio-Weinbau ist der Einsatz von Schwefel zugelassen. Die Anbauverbände setzten aber die Höchstwerte deutlich niedriger an. Als Faustregel kann für Verbraucher, die empfindlich auf den Schwefelgehalt reagieren, gelten: Lieber trockene Weine als liebliche Weine trinken und eher Rotweine als Weißweine. Am sichersten ist aber die Orientierung am Etikett. Weine ohne den oben genannten Hinweis sind immer schwefelarm.
Die Verbraucherzentrale informiert montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr am Ernährungstelefon unter der Rufnummer 0180-5-791352 (0,12 Euro/min aus dem deutschen Festnetz) zu allen Fragen über Lebensmittel und gesundheitsförderndes Essen.