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Wirtschaft
Siemens will Werke in Görlitz und Leipzig komplett dicht machen

Siemens Mitarbeiter hatten bereits Anfang November gegen die drohende Schließung ihres Werkes demonstriert.
Siemens Mitarbeiter hatten bereits Anfang November gegen die drohende Schließung ihres Werkes demonstriert. FOTO: Pawel Sosnowski / dpa
Görlitz. Der Elektrokonzern Siemens plant in seiner schwächelnden Kraftwerkssparte die Schließung seiner Werke im sächsischen Görlitz und in Leipzig mit zusammen rund 920 Arbeitsplätzen. Dies teilte das Unternehmen am Donnerstagnachmittag in München mit.

Die Schließung des Werkes in Görlitz hatte sich bereits vor zehn Tagen angedeutet. Dagegen hatten hunderte Mitarbeiter demonstriert.

Der Elektrokonzern Siemens will wegen der Probleme in der Kraftwerks- und in der Antriebssparte weltweit rund 6900 Jobs streichen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Zwei Werke in Sachsen, in Görlitz und in Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen komplett dicht gemacht werden.

Durch eine geplante Zusammenlegung des in Erlangen und Offenbach angesiedelten Lösungsgeschäfts der Kraftwerkssparte dürfte auch der Standort Offenbach mit rund 700 Beschäftigten vor dem Aus stehen.

Für ein Werk in Erfurt prüft Siemens zudem mehrere Optionen, darunter auch einen Verkauf. Die Maßnahmen sollten möglichst sozialverträglich gestaltet werden, erklärte Siemens.

Schon seit längerem wird Siemens in der Kraftwerkssparte mit weltweit rund 46 800 Beschäftigten vor allem seine großen Gasturbinen in Deutschland und Europa nicht mehr los. Das sorgt für Preisverfall und Überkapazitäten. Das Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe mit zuletzt rund 44 800 Mitarbeitern weltweit bietet etwa Getriebe, Motoren, Antriebe und Kupplungen für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie an. Es ist damit auch stark von den Rohstoffpreisen abhängig. In beiden Sparten hatte Konzernchef Joe Kaeser bereits Jobs gekappt.

Schon vor Bekanntgabe der Kürzungspläne hatte die Siemens-Führung auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

Die IG Metall sieht darin einen Bruch der bei Siemens geltenden Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung. Sie hatte deshalb massiven Widerstand gegen die Pläne angekündigt.

(dpa/si)