ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:29 Uhr

Rettung von Siemens und Bombardier
Kritische Töne bei „Dankeschön-Fest“ der IG Metall in Görlitz

Im Januar hatte es in Görlitz große Demonstrationen für den Erhalt von Arbeitsplätzen gegeben.
Im Januar hatte es in Görlitz große Demonstrationen für den Erhalt von Arbeitsplätzen gegeben. FOTO: dpa / Pawel Sosnowski
Görlitz. Zwar konnten Siemens- und Bombardier-Jobs in Görlitz in diesem Jahr gerettet werden. Aber Eitel Sonnenschein herrscht deshalb in der Stadt in Ostsachsen nicht.

In die Freude über den Erhalt von Siemens und Bombardier in Görlitz mischen sich kritische Töne: Am Rande eines „Dankeschön“-Festes der IG Metall hat der parteilose Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos) am Dienstag Kritik am kanadischen Schienenfahrzeughersteller Bombardier geäußert.

Man habe auf Managerebene Entscheidungen getroffen, die den Standort ausbluten lassen könnten, sagte Deinege. „Zurzeit steuern wir auf eine verlängerte Werkbank zu. Der Kampf um den Standort muss aber jetzt Fahrt aufnehmen.“ Hoffnungslos ei die Situation nicht – „aber eben auch kein Anlass zur Freude“. Dagegen sieht Deinege Siemens auf einem guten Weg.

Mit dem Fest wollte sich die IG-Metall für die Unterstützung zum Erhalt des Standortes beteiligen. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und IG-Metall-Chef Reiner Hoffmann waren gekommen. Bombardier und Siemens hatten in den vergangenen Jahren für ihre Görlitzer Standorte einen massiven Arbeitsplatzabbau bis zur Werksschließung angekündigt. Tausende Jobs standen in der strukturschwachen Region im Osten Sachsens auf der Kippe. Nach zähem Arbeitskampf und zahlreichen Gesprächsrunden mit Politik und Gewerkschaften kamen die Schließungen vom Tisch.

Für den Abend war eine Podiumsdiskussion geplant. Ihr Thema lautet: „Den Strukturwandel in der Lausitz aktiv gestalten – Industriearbeitsplätze erhalten“. Als Gäste haben sich angekündigt: Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann, Ute Liebsch von der IG BCE, Martin Herold von Verdi und Pfarrer Burkhard Behr.

(dpa/red/uf)