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Wird der Kita-Platz erneut teurer?

teuer und noch teurer
teuer und noch teurer FOTO: © DOC RABE Media - Fotolia.com
Weißwasser. Nach nur 13 Monaten seit der letzten Erhöhung der Elternbeiträge für Kita-, Hort- und Krippen-Plätze in Weißwasser könnten diese erneut steigen. Darüber entscheidet am Mittwoch der Stadtrat ab 16 Uhr öffentlich. Die RUNDSCHAU beleuchtet die Hintergründe. Christian Köhler

"Das ist eine politische Entscheidung, die am Mittwoch zu treffen ist", erklärt die Referatsleiterin für Ordnung und Soziales Ina Kokel. Denn der Stadtrat habe bei der anstehenden Abstimmung einigen Spielraum.

Welchen Anteil machen die Elternbeiträge bei der Gesamtfinanzierung der Kita-, Krippen- und Hortplätze aus?
Das ist in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Sachsen schreibt der Freistaat eine prozentuale Beteiligung der Eltern an den Kosten über einen Elternbeitrag per Gesetz vor. "Bei einem Krippenplatz liegt dieser zwischen 20 und 23 Prozent", erklärt Ina Kokel. Beim Kita- und Hort-Platz kann dieser zwischen 20 und 30 Prozent schwanken. Der Stadtrat legt in diesem Rahmen den genauen Prozentsatz fest.

Warum könnten die Elternbeiträge erneut in Weißwasser steigen?
Eine Erhöhung, so erläutert die Referatsleiterin, sei deswegen notwendig, weil die Betriebskosten jährlich steigen. So haben die Erzieher und Sozialarbeiter Tariferhöhung erhalten. Außerdem steigen die Ausgaben bei Strom, Heizung oder beim Abwasser. Diese Mehrausgaben werden zum Teil vom Freistaat ausgeglichen, aber auch auf die Stadt und die Eltern umgelegt.

Haben die Steuerrückzahlungen auch damit etwas zu tun?
Ja. Hier liegt ein zweiter Grund für die angestrebte Beitragserhöhung. Durch die Gewerbesteuerrückzahlung an Vattenfall ist die Stadt gezwungen, ihre Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu erhöhen. Ein entsprechendes Konzept dafür wurde zwar vom Stadtrat im Sommer abgelehnt, einzelne Punkte davon dennoch in den Haushalt 2016 geschrieben. Einer davon betrifft die jetzige Erhöhung der Elternbeiträge. "Wir sind also als Verwaltung gezwungen, dies in den Stadtrat zu bringen", sagt Ina Kokel.

Warum werden die Elternbeiträge überhaupt neu berechnet?
Eine Kostenkalkulation für Krippen-, Hort- und Kita-Plätze wird jährlich vorgenommen und bezieht sich auf eine neunstündige Betreuung pro Kind. Für das Jahr 2017, wie die Referatsleiterin weiter erläutert, legt man das Jahr 2015 zugrunde. Dabei besteht die Schwierigkeit, dass in diesem Jahr die Gebühren angepasst wurden: "Das bedeutet, dass wir zwei verschiedene Einnahmesituationen für dieses Jahr haben", beschreibt Ina Kokel. "Darum hätten wir als Verwaltung die Erhöhung der Beiträge erst für 2018 ins Auge gefasst", unterstreicht auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Um wie viel sollen die Beiträge steigen?
"Wir haben drei Varianten vorgeschlagen", rechnet Ina Kokel vor. Die Spannweite liegt bei einem Krippenplatz von monatlichen Mehrkosten für die Eltern von 9,88 Euro bis 19,88 Euro, im Kita-Bereich zwischen 3,80 und 7,80 Euro im Monat.

Kann der Stadtrat die Erhöhung auch ablehnen?
Ja, es ist eine politische Entscheidung. Langfristig wird jedoch eine Anhebung der Elternbeiträge nicht auszuschließen sein, da die Betriebskosten der Einrichtungen weiter ansteigen.

Zum Thema:
Seit dem 1. September 2015 kostet ein Krippenplatz bei einer neunstündigen Betreuung 185,12 Euro pro Monat. Davor waren es noch 168,95 Euro. Ab 2017 könnte dieser je nach Variante auf 195, 200 oder 205 Euro steigen. Ein über neun Stunden betreuter Kita-Platz kostete vor dem 1. September 2015 noch 99,93 Euro, nun 104,20 Euro pro Monat. Je nach Variante könnte dieser auf monatlich 108, 110 oder 112 Euro steigen.