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"Wir stellen uns den Herausforderungen"

Der Geschäftsführer und Direktor des Geschäftsbereiches Energie bei Veolia Deutschland Julien Mounier (v.l.n.r.), Stadtwerke Chefin Petra Brünner, Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach und Veolia-Geschäftsführerin bei den Stadtwerken Katrin Bartsch haben die Gäste empfangen.
Der Geschäftsführer und Direktor des Geschäftsbereiches Energie bei Veolia Deutschland Julien Mounier (v.l.n.r.), Stadtwerke Chefin Petra Brünner, Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach und Veolia-Geschäftsführerin bei den Stadtwerken Katrin Bartsch haben die Gäste empfangen. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Weißwasser. Die Botschaft, die von der Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Stadtwerke Weißwasser (SWW) und 15 Jahre Veolia am Mittwochabend in Weißwasser ausging, bringt Geschäftsführerin Katrin Bartsch auf den Punkt: "Wenn es der Region gut geht, geht es uns allen gut." Dafür wollen die SWW-Akteure, Vereine, Firmen und Politiker zusammenbringen – einen jährlichen Empfang mit der Stadtverwaltung auf die Beine stellen. Christian Köhler

"Ich werbe dafür, dass wir uns gemeinsam stark für die Region machen", betonte auch Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext).

Hand in Hand wolle die SWW mit der Region gehen, heben die Verantwortlichen immer wieder hervor. Und händegeschüttelt wurde am Mittwoch reichlich. Geschäftspartner, Unternehmer, Stadträte und Rathausmitarbeiter aus Weißwasser kamen zum Stelldichein und Gratulieren in die angemieteten Teluxsäle. Dabei wurde der Blick maßgeblich in die Zukunft gerichtet - denn die stellt für Unternehmen und Region enorme Herausforderungen dar.

Julien Mounier, Geschäftsführer und Direktor des Geschäftsbereiches Energie bei Veolia Deutschland, skizzierte die Aufgaben in der Energiewende, der demografischen Entwicklung sowie der neuen Trinkwasserversorgung des Altkreises Weißwasser. "Wir erkennen als Veolia die Klimaschutzziele von Paris für 2050 und die Pläne der Bundesregierung an", erklärte Mounier in Richtung Politik, "aber eine CO-Reduzierung ist auch mit konventionellen Technologien möglich."

Das klassische Versorgungsgeschäft der SWW sei durch eine Liberalisierung des Marktes stark umkämpft. Und gerade mit Blick darauf, dass künftig noch mehr Strom - beispielsweise für Elektroautos - benötigt wird, brauchen Versorger eine Investitionssicherheit. Einst brauche man vielleicht das SWW-Gasnetz nicht mehr, was wiederum den Versorger zwingt, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

"Wir müssen mehr Dienstleister sein", umriss Katrin Bartsch den Zukunftsplan. So haben die Stadtwerke eine mobile Entsorgung im Raum Schleife und Weißkeißel eingeführt, wollen bei Industriekunden mit Energieeffizienz-Angeboten punkten und die Digitalisierung zum Kunden nach Hause ausbauen. Der Sektor der Elektromobilität werde ebenfalls verstärkt ins Blickfeld genommen: "Carsharing ist für mich ein Modell der Zukunft", erläuterte Katrin Bartsch das Mietautoprinzip. "Und das mit Stromtankstellen zu verbinden, ist der richtige Weg."

Julien Mounier zeigte sich ebenfalls optimistisch: "Wir werden die an uns gestellten Herausforderungen meistern." Immerhin hatte Veolia 2003 die SWW vor der Pleite gerettet, und seitdem das Unternehmen stabilisiert. "Darauf und auf unsere Mitarbeiter bin ich stolz", unterstrich der Aufsichtsratsvorsitzende. In schwierigem Fahrwasser habe man 14 neue Arbeitsplätze geschaffen und sich in der Region stark engagiert. "Ohne die Stadtwerke ginge es vielen Sport- und Kulturvereinen nicht so gut", bedankte sich Torsten Pötzsch bei den Verantwortlichen. Julien Mounier: "Wir sind zuständig für die Lebensqualität der Bürger."

Einer der Vereine, der von dem SWW- und Veolia-Engagement profitiert, ist der Eissport Weißwasser. Weil in diesem Jahr der Eissport seinen 85. Geburtstag feiert, organisierte der Verein den Festakt am Mittwoch mit. "Ich danke den Stadtwerken als Bürger und Geschäftsführer der Lausitzer Füchse", so Dirk Rohrbach. Er könne auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zurückblicken. 2001 schloss der Club einen Zehn-Jahres-Vertrag mit Veolia mit jährlich 200 000 Euro für den Verein. Auch die Unterstützung des Nachwuchses - indem beispielsweise Jungfüchse als SWW-Azubis eine Ausbildung finden - "ist anerkennenswert". Am Mittwoch kamen zudem mehr als 9000 Euro Spenden für den Nachwuchs zusammen, wie SWW-Sprecher Igor Dimitrijoski am Donnerstag mitteilte. Julien Mounier erklärte in Richtung des Clubs: "Wir werden nicht als Sponsor aussteigen, sondern die Füchse weiter unterstützen." Wenn es nämlich der Region gut gehe, dann gehe es uns allen gut.

Zum Thema:
1992 wurden die Stadtwerke Weißwasser (SWW) gegründet. Als 2003 das kommunale Unternehmen kurz vor dem Bankrott stand, stieg der Konzern Veolia ein. Seitdem hält Veolia 74,9 Prozent an den SWW, die Stadt 25,1 Prozent. Die SWW versorgen etwa 35 000 Einwohner mit Strom, Gas, Fernwärme und etwa 2,2 Millionen Liter Trinkwasser im Altkreis. Veolia agiert weltweit. In Deutschland hält er Anteile an acht Stadtwerken in vier Bundesländern. In Weißwasser werden jährlich durch Veolia zwei bis drei Millionen Euro investiert.