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"Wir müssen einfach mehr Dienstleister sein"

Katrin Bartsch ist neue Veolia-Geschäftsführerin.
Katrin Bartsch ist neue Veolia-Geschäftsführerin. FOTO: jor1
Katrin Bartsch ist neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke Weißwasser GmbH. Neben Geschäftsführerin Petra Brünner lenkt sie nun die Geschicke des Unternehmens. Katrin Bartsch tritt die Nachfolge von Ellen Aust-Gruß an, die eine neue Aufgabe in der Unternehmensgruppe wahrnimmt. Mit der RUNDSCHAU hat sie über ihre Ziele und Pläne gesprochen. Christian Köhler

Frau Bartsch, Sie waren lange bei hiesigen Brauereien in Führungsprositionen. Warum sind Sie nun zu Veolia gewechselt?
Die Stelle war neu zu besetzen und als Lausitzerin möchte ich in der Lausitz arbeiten. Deshalb habe ich mich auf die Stelle beworben. Noch vor meiner Zeit bei Landskron und Feldschlösschen war ich bei einem Wirtschaftsprüfunternehmen und habe mich schwerpunktmäßig mit der Energiewirtschaft beschäftigt. Insofern ist mir mein neuer Job nicht fremd. Ich fühle mich außerdem mit der Heimat verbunden, stamme aus der Nähe von Niesky und möchte vor Ort mitwirken, die Zukunft zu gestalten.

Erklärt das Ihr Engagement bei der Wirtschaftsinitiative Lausitz (Wil)?
Ja. Ich bin dort wie auch im Tourismusverband Oberlausitz (Tov) im Vorstand tätig und möchte so mithelfen, den Strukturwandel in der Lausitz voranzubringen. Entscheidungen müssen heute gefällt werden, damit wir in zehn oder 15 Jahren noch über eine starke Wirtschaft in unserer Region verfügen.

Haben Sie noch weitere Ehrenämter?
Ich engagiere mich ebenfalls im Aufsichtsrat der Städtischen Wirtschafts- und Tourismusförder-Gesellschaft in Görlitz. Als Rotarier möchte ich mich außerdem aktiv im Club in Weißwasser beteiligen.

Man kann also sagen, Ihnen ist Netzwerkarbeit sehr wichtig?
Ja, das trifft sowohl auf meine Tätigkeit in Weißwasser als auch auf die gesamte Lausitzer Wirtschaft zu. Gemeinsam mit Petra Brünner, die weiterhin den Stadtwerken vorsteht, werden wir verstärkt auf Gespräche mit der Stadt, dem Wasserzweckverband und den hiesigen Unternehmen setzen. Ich möchte vor allem die Kommunikation untereinander verbessern und das Unternehmen im Dienstleistungsbereich voranbringen. Schließlich stehen die Stadtwerke vor großen Herausforderungen.

Inwiefern?
Es ist unsere vorderste Aufgabe, die Versorgungssicherheit weiter auf hohem Niveau in Weißwasser und dem Umland zu gewährleisten. Vor uns liegt dabei beispielweise die Aufgabe, die Trinkwasserversorgung langfristig sicherzustellen. Dafür habe ich bei den Stadtwerken ein sehr gutes und junges Team vorgefunden. Allerdings werden wir auch vor Probleme gestellt, auf die wir als mittelständisches Unternehmen nur bedingt Einfluss haben. So wurde auf politischer Ebene die Umlage für die erneuerbaren Energien (EEG) erhöht. Gleichzeitig sind im Zuge der Energiewende die vorgelagerten Netzentgelte erhöht worden. Wir werden uns also betriebswirtschaftlich darauf einstellen müssen.

Wie wird sich das auf die Verbraucher auswirken und wie wollen sich die Stadtwerke darauf einstellen?
Wie andere Versorger auch werden wir darauf reagieren müssen. Entweder wir können die erhöhten Kosten selbst ausgleichen, indem wir mehr Umsatz erzielen. Deshalb werden wir beispielsweise stärker im Vertrieb und unterwegs sein müssen. Gerade als beratender Dienstleister und Kooperationspartner für hiesige Unternehmen beim Thema Energieeffizienz sehe ich große Potenziale dafür. Wir müssen einfach mehr Dienstleister sein. Trotzdem wird es für die Endverbraucher auch eine Preisanpassung beim Strom im Frühjahr geben müssen.

Wird Ihr Engagement in Weißwasser längerfristig sein?
Ja, wenn der Aufsichtsrat mit meiner Arbeit zufrieden ist, möchte ich im Unternehmen bleiben. Ich freue mich auf die anstehenden Aufgaben.

Mit Katrin Bartsch sprach