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| 14:17 Uhr

Wildschwein-Alarm
Wildschweine verwüsten Trainingsplatz

Rietschens Trainingsplatz ist von Wildschweinen insgesamt drei Mal umgepflügt worden. Der Schaden ist immens.
Rietschens Trainingsplatz ist von Wildschweinen insgesamt drei Mal umgepflügt worden. Der Schaden ist immens. FOTO: LR / Erbo Naß
Rietschen. Der Rietschener Rat will die Freistaat-Pauschale für Schutzmaßnahmen für das Sportareal nutzen. Und für vieles mehr. Von Christian Köhler

Es ist kein schöner Anblick, der sich in diesen Tagen den Fußballern von Stahl Rietschen zeigt. Ihren Trainingsplatz haben im Oktober gleich drei Mal Wildschweine umgepflügt. „Die letzte Attacke war am 19. Oktober“, erzählt Vereinsvorsitzender Erbo Naß. Er und der gesamte Verein sind froh, dass der Hauptplatz bislang von den Tieren verschont geblieben ist. Damit die Tiere nicht weiter in das Sportareal am Rande der Gemeinde eindringen, hat sich der Verein mit der Rietschener Jagdgenossenschaft kurzerhand zusammengetan. „Wir haben einen etwa 300 Meter langen Elektrozaun aufgestellt, der zunächst die Tiere davon abhält, sich weiter auf unserem Rasen auszutoben“, erzählt Naß.

Immerhin hatte bereits Vereins-Sponsor STB See nach dem ersten Vorfall den Platz notdürftig begradigt. „Aber die Tiere haben den Zaun regelrecht angehoben“, sagt Reinhard König vom Verein. Aus seiner Sicht müsste so schnell wie möglich das Areal mit einem neuen Zaun gesichert werden.

„Wir müssen in jedem Falle etwas tun“, sagt auch Kämmerin Sigune Hilke während der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Dort haben der Rat und die Verwaltung Nägel mit Köpfen machen wollen. „Wir können die Pauschale des Freistaates in diesem Jahr in vier mögliche Vorhaben stecken“, erklärt Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos). Er und die Verwaltung schlagen vor, die 70 000 Euro des Landes für das laufende Jahr entweder als Eigenanteil für den Anbau der Kita „Kleine Strolche“ zu verwenden oder aber für die Beseitigung des Wildschadens auf dem Sportplatz zu nutzen. Für letztere wären wahrscheinlich 30 000 Euro fällig. Zudem könnten 5000 Euro in Pflasterarbeiten an der evangelischen Kita in Daubitz sowie 4000 Euro in die Gestaltung ins Dorfzentrum Teicha – womit der Container an der Feuerwehr hinter eine Hecke verschwinden würde – fließen.

Jan Anders (CDU) sagt, man solle das gesamte Geld in den Kita-Anbau stecken. Erbo Naß (Freie Wähler) spricht sich dagegen für die Beseitigung des Wildschadens aus. Immerhin sei der Trainingsplatz der einzige, der über eine Flutlichtanlage verfügt. „Und es wird jetzt zeitig dunkel“, erklärt er, „aber wir können ja nicht zeitiger Training machen, weil die Spieler arbeiten sind.“ Bernd Hilke (Freie Wähler) spricht sich ebenfalls dafür aus, das Geld in einen Zaun zu stecken und den Rest in die Kita. Tilmann Havenstein (CDU) sagt, Daubitz und Teicha gehören auch zu Rietschen. „Deshalb würde ich das Geld in den Sportplatz, die Kita Daubitz und in Teicha stecken und den Rest für den Kita-Anbau nutzen.“ Damit trifft er auch den Wunsch von Roland Wittich (CDU), der dies ebenso vorschlägt.

„Wir haben bereits einige Angebote für die Arbeiten eingeholt“, erläutert die Kämmerin. Für die Erneuerung des Zaunes schwanken diese zwischen 19 000 Euro und mehr als 30 000 Euro. Das liege an der Frage, wie stark der Zaun sein und wie tief ein Unterbau gemacht werden soll. Für die Platzerneuerung schlagen nochmals 27 000 Euro zu Buche. „Ich denke, man sollte es schon vernünftig machen“, sagt Gemeinderat Gerd Wenzel (Freie Wähler). Er gibt – als praktizierender Jäger – zu bedenken, dass die „Tiere sich bis zu einem halben Meter in die Erde graben“ können. Insofern müsse schon ein Schutz in die Erde. Erbo Naß gibt zudem zu bedenken, dass durch den fortschreitenden Tagebau sicher noch weitere Wildschweine über die B 115 zum Sportplatz kommen könnten.

Schließlich stimmte der Gemeinderat bei einer Enthaltung von Christoph Eckert (Freie Wähler) für alle vorgeschlagenen Maßnahmen. Somit verringert sich der Anteil für den Kita-Anbau erheblich.

Reinhard König (l.) und Erbo Naß vom SV Stahl Rietschen haben mithilfe der Jagdgenossenschaft Rietschen einen Elektrozaun errichtet.
Reinhard König (l.) und Erbo Naß vom SV Stahl Rietschen haben mithilfe der Jagdgenossenschaft Rietschen einen Elektrozaun errichtet. FOTO: Christian Köhler