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| 01:04 Uhr

Wieso konnte ein Friedensmal einfach verschwinden?

Werner Schubert aus Weißwasser beschäftigt sich mit der Thematik Glasmacherbrunnen in der Stadt. Ich teile die Begeisterung über den Glasmacherbrunnen und finde es auch nicht erstaunlich, dass diese Begeisterung einem Kriegerdenkmal gilt.


Erstaunlich ist vielmehr, dass nicht auch darüber nachgedacht wird, wieso aus einem Kriegerdenkmal ein Glasmacherbrunnen wurde. Solche Erinnerungsstätten an den 1. Weltkrieg bestehen doch meist nur aus einem Stein mit Kreuz und den Namen der Toten.
Größere Denkmale, die nach 1945 der Spitzhacke nicht entkamen, präsentierten behelmte Soldaten mit Gewehr im Anschlag. Nirgendwo Männer in Arbeitskleidung bei friedlichem Schaffen. Ich habe herausfinden wollen, wie dieser Umdenkungsprozess stattgefunden hat. Er ist aber allem Anschein nach nirgends dokumentiert.
Es kann aber kaum bezweifelt werden, dass wir dieses Friedenssymbol zwei Männern zu danken haben, die 1922 die einflussreichsten in Weißwasser waren und ohne oder gegen die sich ein solcher Vorgang nicht denken lässt: Otto Lange, Bürgermeister von 1914 bis 1933 und Joseph Schweig, Vorsitzender des Militärvereins seit 1883. Beide gehörten den Parteien an, die eindeutig auf dem Boden der Weimarer Verfassung standen, der ersten deutschen demokratischen Republik.
Ebenso unerklärlich ist mir, wie eine Verwaltung, die sich zum Friedensstaat erklärt hatte, ein Friedensmal einfach verschwinden lassen konnte.