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| 15:23 Uhr

Naturschutz
Wiesera-Eiche ist ältester Baum im Park

Die Wiesera-Eiche zwischen Bad Muskau und Krauschwitz gilt als ältester Baum des Pücklerparks.
Die Wiesera-Eiche zwischen Bad Muskau und Krauschwitz gilt als ältester Baum des Pücklerparks. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Bad Muskau. Mehr als ein halbes Jahrtausend steht die Wiesera-Eiche unweit von Krauschwitz. Sie gilt als ältester Baum im Muskauer Park.

Einst waren es drei Eichen. Heute steht von diesem Trio nur noch eine, die zweite liegt, und die dritte ist scheinbar spurlos verschwunden. Die Wiesera-Eichen gelten als die ältesten Bäume im Muskauer Park. Das letzte lebende Gehölz befindet sich in unmittelbarer Nähe zum idyllischen Wiesera-See, der sich direkt an der Parkgrenze erstreckt. Die Stieleiche, so schätzt Parkmeister Bernd Witzmann, besitzt ein Alter zwischen 500 und 600 Jahren. Sie war also schon Jahrhunderte vor dem ersten Spatenstich für den heute weltberühmten Pücklerpark (ab 1815) vorhanden. Wie alt der Baum indes genau ist, könne heute ohne aufwendige Untersuchungen wohl niemand mit Gewissheit sagen. Die Eiche bringt es auf eine Höhe von geschätzten 20 Metern und auf einen Umfang von sechs bis sieben Metern. Zum Vergleich: Die Rieseneiche von Niedergurig bei Bautzen bringt es auf einem Stammumfang von knapp neun Meter und auf ein Alter von rund 700 Jahre. Im Jahr 1994, so hat Witzmann recherchiert, wurde in Größenordnungen das Totholz von der Wiesera-Eiche entfernt. Ohnehin habe das altehrwürdige Gehölz seine besten Tage längst hinter sich gelassen. Daher werde es in regelmäßigen Abständen von Fachleuten begutachtet. Ziel sei es, so lässt die Stiftung Fürst-Pückler-Park wissen, die Bäume so lange wie möglich zu erhalten.

Im Jahr 2002 war die zweite der Wiesera-Eichen in Sichtweite zu ihrer noch stehenden Schwester umgestürzt. Ihr mächtiger Stamm gibt auch noch 16 Jahre später ein beeindruckendes Bild ab. Mehr noch: Direkt in das Relikt des Altbaumes wurde vor genau zehn Jahren eine junge Eiche gepflanzt. „Eine würdige Nachfolgerin“, befindet Bernd Witzmann.

Wo indes die dritte der alten Eichen geblieben ist, kann der Parkmeister nicht sagen. Alte Fotografien aus der Mitte des 20. Jahrhunderts zeigen deutlich, dass es einen weiteren Baum-Methusalem gegeben haben muss. „Ich habe mir die dafür in Frage kommenden Stellen genau angesehen, konnte aber bislang nichts finden“, sagt Witzmann.

Die Wiesera-Eichen befinden sich in einem eher abgeschiedenen Teil des Muskauer Parks, sind aber trotzdem schnell erreicht. Schräg gegenüber der Stelle, wo der Breite Weg von der Bautzener Straße abzweigt, befindet sich ein kleines Birkenwäldchen. Dort führt ein Pfad in die Wiesera-Senke hinunter. Linkerhand fällt der Blick sofort auf die Baumriesen und das Gewässer. In unmittelbarer Nähe befinden sich die ersten Gehöfte von Krauschwitz.

Im polnischen Teil des Muskauer Parks gibt es weitere Eichen, die fast an das Alter der Wiesera-Bäume herankommen. Dazu zählen unter anderem die Toreiche mit ihrem 7,2-Meter-Umfang, die Odinseiche sowie die Hermannseiche, an deren Stelle inzwischen ein Nachfolger wächst. Bernd Witzmann schätzt, dass es über den insgesamt rund 860 Hektar großen Park etwa zehn bis 15 dieser Methulems noch gibt. Die ältesten Gehölze, die keine Eichen sind, bringen es hingegen auf „nur“ rund 200 Jahre. Dabei handele es sich knorrige Rotbuchen im Bergpark.