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Wiedersehensfreude bei Dorfjugend von einst

Ein Erinnerungsfoto war Pflicht zu Beginn des Treffens.
Ein Erinnerungsfoto war Pflicht zu Beginn des Treffens. FOTO: Nitsche
Groß Düben. Zu einem großartigen Wiedersehen ist es jetzt im Gasthaus Köppen in Groß Düben gekommen. Hier traf sich die einstige Dorfjugend der Jahrgänge 1935 bis 1953. Organisiert hatten die Begegnung von 78 "Ehemaligen" Dieter Lysk, Peter Lampe und Heinz Grosa. Gabi Nitsche

Marianne Höhna fällt Gertrud Richter um den Hals. Sie freuen sich, sich wiederzusehen. "Wir sind in unserer Jugend immer zusammen tanzen gewesen, sind überall hier mit dem Rad hingefahren, auch nach Döbern." Dass beide Frauen den gleichen Geburtsnamen haben - Krautz - sei Zufall.

Wiedersehensfreude wird an diesem Samstag groß geschrieben im Gasthaus Köppen. Dieter Lysk, der mit Peter Lampe und Heinz Grosa das Treffen der einstigen Dorfjugend organisiert hatte, begrüßte die ehemaligen Mitschüler und heutigen Senioren herzlich. "Erst wollten wir nur die Jahrgänge 1940 bis 1950 einladen. Doch die Resonanz war ungnügend. Da entschieden wir uns für die Jahre 1935 bis 1953. Erstaunlich, dass besonders die Älteren Interesse an dem Wiedersehen hatten." 78 "Ehemalige" sagten zu, manche brachten ihre "besseren Hälften" mit.

Die Idee zu dem Treffen hatten die drei Männer schon vor drei Jahren. "Wir saßen zusammen, kamen auf den einen und anderen zu sprechen und haben uns gefragt, was wohl aus denen geworden ist." Das sei der Anfang gewesen, so Lysk. Schmunzelnd fügt er hinzu: "Es werden immer mehr Todesanzeigen in der Zeitung. Deswegen waren wir uns schnell einig, wenn wir es nicht bald machen, dann treffen wir uns unterirdisch auf dem Friedhof."

In Groß Düben gingen sie von Haus zu Haus, schrieben Listen mit Namen. Eine Sisyphusarbeit. Die Männer haben ja ihren Namen behalten. "Aber die Frauen heißen verheiratet ja ganz anders, und sind dann vielleicht auch noch geschieden und neu verheiratet", beschreibt Lysk die Schwierigkeit. Am Ende standen 174 Namen drauf. "Fünf haben wir nicht mehr gefunden, 49 sind bereits gestorben", berichtet Peter Lampe. An 129 ehemalige Jugendliche erging dann eine Einladung. Das Kuriose sei gewesen, dass einige Leute ganz in der Nähe von Groß Düben leben, man sich aber nie begegnet sei. Dieter Lysk betont: "Die Einladungen an die Leute im Umkreis bis Cottbus haben wir persönlich überbracht." Und dabei sei es auch vorgekommen, dass man sich nicht erkannte. "Bei manchen liegen wirklich 50 Jahre dazwischen."

Und so schauten sich einige am Samstag auch fragend an, brauchten einen Anstoß, um sich zu erinnern. Lysk berichtete von ehemaligen Mitschülern, die aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnten, aber gerne wären. Einzelne im Saal wurden von Dieter Lysk gebeten, aufzustehen wie Regina Seeger. "Sie ist als 14-Jährige weg von Groß Düben und lebt in Herzberg." Oder Elfriede Schulz, geborene Teichmann, aus Weißwasser. "Jahrelang war sie Fleischverkäuferin in Döbern und ich Kunde dort. Doch erkannt habe ich sie nie", gestand Lysk.

Sie waren die Weitgereisten: Hansi Zimmermann lebt in Köln. Günter Zech kam aus Heidenheim bei Stuttgart in sein Heimatdorf und brachte Ehefrau Jutta mit. "1960 bin ich hier weggemacht", berichtete Zech. Er sei aber öfter in Groß Düben, lebt doch seine Schwester Rosi hier, sie ist mit Dieter Lysk verheiratet. Mit von der Partie war auch Werner Schiller, Kapitän zur See i. R. Der 82-Jährige lebt in Stralsund und genoss das Wiedersehen. Die Zeit zum Erzählen, Fotos anzuschauen und Erinnerungen auszutauschen, nutzten alle gut. Immer wieder dankte jemand den Organisatoren. "Eine tolle Idee." Damit sprach Erika Pullmann allen aus dem Herzen.