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Wieder verbotene Turnerei an der Rakotzbrücke

Die Rakotzbrücke verleitet Fotografen dazu, sie immer noch spektakulärer in Szene zu setzen.
Die Rakotzbrücke verleitet Fotografen dazu, sie immer noch spektakulärer in Szene zu setzen. FOTO: Zinke
Kromlau. Vor wenigen Tagen ist die Rakotzbrücke im Kromlauer Park wieder ein Ort illegaler Aktionen gewesen. "Es war der schlimmste Vorfall seit Längerem", erzählt Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) der RUNDSCHAU auf Nachfrage. rw

Diesmal wollte eine Frau von einem Schlauchboot vom Wasser aus an einem weißen Tuch hinauf auf das Halbrund gelangen. Das Tuch war mit einem Karabinerhaken am Bauwerk festgemacht gewesen. "Ob uns dort ein Schaden entstanden ist, müssen wir erst noch prüfen", so Noack.

Einem Gemeinderat war diese artistisch anmutende Aktion per Zufall aufgefallen. Er hielt nicht nur einige Akteure fest, sondern alarmierte auch den Bürgermeister und weitere Ratskollegen. Als diese vor Ort waren, wurde den Verursachern ein Verwarngeld ausgesprochen. Die Polizei nahm die Personalien auf, erzählt Noack weiter. Das ganze Schauspiel sollte übrigens mit einer Drohne gefilmt und vermutlich später auch vermarktet werden.

Apropos Film. Über den Messenger-Dienst Whatsapp kursiert ein neues Video. Wer dieses gemacht hat, ist unklar. Allerdings stammen die Fotomotive von Shutterstock (ein globaler Anbieter lizenzierter Bilder, Videos und Musik). In dem Werk wird die Rakotzbrücke in eine Liga gestellt mit Hallstatt Österreich, dem Regenwald Hoh in den USA, Dark Hedges England (bekannt als Königsweg aus der Serie "Game of throns") und dem Tunnel der Liebe in der Ukraine. Die große Film-Überschrift lautet: "Fünf Orte, die aus einem Märchenfilm stammen könnten."

Dass die Rakotzbrücke, die im Video Teufelsbrücke genannt wird, sinnbildlich für ein besonderes Denkmal in Deutschland steht, freut Bürgermeister Dietmar Noack. "Kromlau ist in Deutschland angekommen. Wir können stolz sein", lässt er die Heimatzeitung wissen. Natürlich weiß er ebenso, dass auch dieser Film die Bekanntheit des Bauwerkes steigern wird. "Wenn ich mir beispielsweise das Bild von England ansehe, dann würde ich den Ort auch besuchen wollen und so wird es den Leuten mit unserer Brücke gehen", so Noack.

Damit diese für die Nachwelt erhalten werden kann und endlich eine umfassende Sanierung erfährt, dafür habe die Gemeinde alles vorbereitet und abgestimmt, was in ihrer Macht stehe. Nun müssen andere die Entscheidung treffen. "Aber ich bin wirklich guter Hoffnung", so der Bürgermeister.