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| 17:49 Uhr

Weißwasser
Wie sich Euros vervielfältigen lassen

Thomas Böse, Referatsleiter Bau, zeigt auf ein Luftbild vom heutigen OSP. Es stammt aus dem Jahr 1997. Viele der Gebäude, die darauf zu sehen sind, gibt es heute nicht mehr.
Thomas Böse, Referatsleiter Bau, zeigt auf ein Luftbild vom heutigen OSP. Es stammt aus dem Jahr 1997. Viele der Gebäude, die darauf zu sehen sind, gibt es heute nicht mehr. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Ein Rundgang führt auf den Spuren der Städtebauförderung durch den Oberlausitzer Sport- und Freizeitpark. Von Regina Weiß

Gut zwei Stunden spazieren gehen – kann man das schon als Sport bewerten? Durchaus, wenn es wie am Samstag durch den Oberlausitzer Sport- und Freizeitpark (OSP) von Weißwasser geht. Positiv neben dem Faktor der Bewegung: Die überschaubare Gästezahl bekommt allerhand interessante Informationen mit auf den Weg. Die zwei Stunden sind ruck-zuck vorbei. Dabei hat man gerade Jahrzehnte bewältigt.

Denn es ist rund 25 Jahre her, dass die Städtebauförderung in Weißwasser ihren Anfang genommen hat. Dass Bund und Land Kommunen diesbezüglich finanziell unter die Arme greifen, zeigt viele Erfolge. „Ohne die Städtebauförderung ist eine Entwicklung der Stadt fast nicht machbar“, lobt Thomas Böse, Referatsleiter Bau. Er nutzt ein Luftbild aus dem Jahr 1997, um zu demonstrieren, was sich im OSP und angrenzend verändert hat. Die alte Ambulanz wich einem Discounter. Dort, wo einst die Mischanlage des Tiefbaukombinates gestanden hat, hat ebenfalls der Handel Einzug gehalten. Dazwischen gab und gibt es Sportstätten. Mit 16 Millionen Euro sticht natürlich die Eisarena heraus. Im August wird sie bereits fünf Jahre alt. Sie auch im Sommer zu betreiben, sei wegen des Personalaufwandes nicht mehr einfach, deutet Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) an.

Nur einen Steinwurf entfernt, wächst die neue Kita Regenbogen Stück für Stück. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass der Umzug nun bereits im Oktober erfolgen kann. Demnächst starten beim Vier-Millionen-Euro-Projekt die Arbeiten an den Außenanlagen, während im Inneren noch viele Handwerker gut zu tun haben. 136 Krippen- und Kita-Kinder haben künftig beste Bedingungen, und das im Haus und natürlich auch draußen. Kopfzerbrechen bereitet den Stadtoberen die Verkehrsanbindung. Fakt ist, die Grillparzerstraße wird keine Durchgangsstraße. Zur „Kinder-Anlieferung“ stehen die Straße zum Fuchsbau sowie der Parkplatz der WBG offen, auch wenn dort noch über die Schaffung neuer Wegeanbindungen nachgedacht wird. Doch allen schweben schon jetzt die Bilder vom Autostau vor der neuen Kita vor ...

Nicht Autos, sondern Räder, haben im Verkehrsgarten gleich neben der Kita Vorfahrt. „Eine absolute Erfolgsgeschichte“, freut sich Thomas Böse. Gleiches trifft auf den Skater-Parcours zu, der Jugendliche mit ihren Boards selbst aus anderen Orten anzieht. Die Skaterbahn ist ebenfalls fertiggestellt. „Vier Runden sind genau 2,5 Kilometer, habe ich selbst getestet“, so Thomas Böse. Dass man sie im Uhrzeigersinn befahren sollte, habe durchaus Sinn. Das Gefälle wird so zum kleinen Anstieg, der gut zu bewältigen ist. Anders herum könnte es mit der Kurve und dem Bewältigen derselben recht brenzlig werden.

Da der nächste Winter bestimmt kommt, stehen auch dem Rodelberg und vor allem seinen Nutzern gute Zeiten bevor. Hier fanden Erdmassen aus dem Eisarena-Bau eine gute Folgenutzung. An den Ausläufern des Rodelareals soll sich in diesem Jahr noch einiges tun. Die auf 40-x-20-Meter asphaltierte Fläche erhält eine Bande und eignet sich dann gut zum Hockeyspielen. Ein Bolzplatz wird entstehen und ein Spielplatz, wo sich auch Fitnessgeräte für Senioren wiederfinden. Die Ausschreibung für die rund 200 000 Euro umfassende Investition wird vorbereitet. In dem Projekt sollen dann auch endlich die Preisgelder von Mission Olympic aufgehen, die Weißwasser vor sechs Jahren gewonnen hat, bestätigt Thomas Böse auf Anfrage von Bürgerin Maria Ruttmar. Die Auftragsvergabe soll im September im dafür zuständigen Ausschuss erfolgen.

Eher ein kleine Maßnahme, aber trotzdem nicht unerwähnt lassen will Böse die Sanierung des Lagergebäudes der TSG Kraftwerk. Wo 1988 die letzten kleinen DDR-Meisterschaften der Leichtathletik durchgeführt wurden, gibt es noch immer ein gepflegtes, aber zu großes Stadion. Eine kleinere Kunststoffbahn ist finanziell nicht darstellbar, die Traversen bröckeln. Dass gekonnt zu verkleinern, werde sicherlich noch manche kontroverse Diskussion brauchen. Ein künftiges Thema für den Stadtumbau. „Dieser geht ja weiter“, so Detlef Krahl aus dem Rathaus. Noch dazu, wo jeder Euro Fördermittel ein Vielfaches an Investition ermöglicht hat.

Investieren könnten im OSP auch Private. Entsprechende Baufelder sind vorhanden, heißt es beim Rundgang.

Am Ausläufer vom Rodelberg geht die Gestaltung im Sportpark in diesem Jahr weiter.
Am Ausläufer vom Rodelberg geht die Gestaltung im Sportpark in diesem Jahr weiter. FOTO: Regina Weiß
Im Oktober soll der Einzug in die neue Kita Regenbogen erfolgen. Beim Neubau geht es gut voran.
Im Oktober soll der Einzug in die neue Kita Regenbogen erfolgen. Beim Neubau geht es gut voran. FOTO: Regina Weiß